Metz: Chinesisches Unternehmen übernimmt TV-Hersteller

Der chinesische Elektronikkonzern Skyworth übernimmt den insolventen Fernseherbauer Metz. Etwa 70 Prozent der Arbeitsplätze sollen erhalten bleiben. Die Blitz- und Kunststoffsparte des Unternehmens wurde an ein Unternehmen in der Region verkauft.

Der Insolvenzverwalter des Zirndorfer Unternehmens Metz teilte am Dienstag mit, dass zwei Investoren verschiedene Sparten des Unternehmens gekauft haben. Die Fernsehsparte des Traditionsunternehmens geht an den chinesischen Elektronik-Konzern „Skyworth“. Skyworth ist der größte TV-Hersteller Chinas. „Skyworth hält am Produktions- und Entwicklungsstandort Zirndorf fest und will von dort aus die Marke Metz stärken und ausbauen“, Mitteilung von Metz. „Zugleich werden Zirndorf und das bestehende Netzwerk als ‚Hub‘ zur Erschließung des europäischen Marktes für die eigenen Produkte der Marke Skyworth dienen.“

152 der verbliebenen 219 Mitarbeiter der TV-Sparte sollen übernommen werden. Das entspricht rund 70 Prozent der Belegschaft. Demnach haben auch die Gläubiger dem Verkauf bereits zugestimmt, die Genehmigung durch die Kartellbehörden sei beantragt. Der Betriebsübergang ist für den 1. Juni geplant, so der Konzern. Loewe konnte mit Metz zuletzt mit seiner Fernsehsparte nicht mehr der Konkurrenz und dem Preisverfall standhalten.

Die Blitz- und Kunststoffsparte von Metz geht an die Daum-Gruppe. „Die Daum-Gruppe ist ein international tätiger Hersteller von innovativen Antriebslösungen im Bereich der Elektromobilität und von hochwertigen Fitnessgeräten“, heißt es in der Mitteilung des Unternehmens. Daum übernimmt 146 von 174 Mitarbeitern der Metz Blitz- und Kunststoff-Sparte. „Damit bleiben fast 85 Prozent der Arbeitsplätze erhalten. Die Gläubiger haben dem Verkauf bereits zugestimmt. Der Betriebsübergang ist für den 1. Mai geplant.“

„Mit Skyworth und Daum hat Metz jetzt zwei starke Partner an seiner Seite, die über eine klare Vision und einen langen Atem verfügen“, Insolvenzverwalter Exner. Damit habe Metz wieder eine langfristige Perspektive. „Besonders freut mich, dass der Standort Zirndorf und ein Großteil der hiesigen Arbeitsplätze erhalten bleiben.“ Über den Kaufpreis beider Übernahmen wurde Stillschweigen vereinbart.

Das TV-Geschäft wird immer schwieriger. Wie das Unternehmen am Mittwoch mitteilte, ist der Gewinn von LG Electronics im ersten Quartal um rund 36 Prozent eingebrochen. Vor allem das Geschäft mit Fernsehern des südkoreanischen Elektronik-Konzerns enttäuschte.

Kommentare

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  1. bommels_k2 sagt:

    …genauso wie Borgward!

  2. Leopold Franke sagt:

    Abwarten
    Was da in zwei Jahren noch übrig ist. Ich halte nichts von dieser hochgelobten Perspektive. Da war nur die Marke wichtig! Metz wird dann als „Made in China“ kommen.