Niedriger Ölpreis: Massive Gewinneinbrüche bei BP und Total

Innerhalb eines Jahres hat sich der Ölpreis fast halbiert. Das belastet vor allem die Öl-Konzerne. Der Nettogewinn bei BP fiel im ersten Quartal um 26 Prozent. Der französische Konzern Total sah einen Rückgang um 20 Prozent.

Der Ölpreis-Verfall setzt die Branche zunehmend unter Druck. Bei dem britischen Ölmulti BP und dem französischen Rivalen Total brach der Gewinn zu Jahresbeginn je um rund ein Fünftel ein. So brach der Gewinn bei BP im ersten Quartal binnen Jahresfrist um 20 Prozent auf 2,6 Milliarden Dollar ein, wie der Konzern am Dienstag mitteilte. Dies war aber 15 Prozent mehr als im Vorquartal und rund doppelt so viel wie Experten erwartet hatten. Der Gewinn in der Ölförderung fiel zwar auf 600 Millionen Dollar von 4,4 Milliarden vor einem Jahr. Dank einer Verdopplung des Gewinns in der Raffinerie-Sparte konnte dies BP aber besser wegstecken.

Bei Total fiel der Überschuss um 22 Prozent auf 2,6 Milliarden Dollar. Hier belasteten auch Abschreibungen auf die Geschäfte in den Krisenstaaten Jemen und Libyen. Der Umsatz sank um 30 Prozent auf 42,3 Milliarden Dollar. Dagegen konnte Europas größter Raffinerie-Konzern den Gewinn aus der Verarbeitung von Rohöl zu Treib- und Schmierstoffen oder zu Produkten für die Chemie-Industrie verdreifachen.

Die Branche leidet darunter, dass sich der Ölpreis innerhalb eines Jahres fast halbiert hat. Die Unternehmen reagierten mit dem Abbau Tausender Stellen und der Kürzung von Investitionen. Dahinter steckt eine Überproduktion bei zugleich geringerer Nachfrage im Zuge einer schwächelnden Konjunktur in vielen Teilen der Welt. Beschleunigt wird dies vom Boom der umstrittenen Fracking-Technik in den USA, bei der Öl und Gas aus Schiefergestein gewonnen wird.

Allerdings zahlt sich der Sparkurs, mit dem die Unternehmen auf die Entwicklung reagiert haben, allmählich aus. Auch dank einer Erholung im Raffinerie-Geschäft fiel der Gewinnrückgang nicht so stark aus wie befürchtet. Hier wurden mit der Schließung von Anlagen Überkapazitäten abgebaut. Zugleich profitieren beide Konzerne dank des günstigeren Öls bei der Herstellung von Benzin und Diesel von geringeren Kosten. Auch bei anderen Branchengrößen wie dem US-Giganten Exxon Mobil und der britisch-niederländischen Royal Dutch Shell dürfte sich dies bemerkbar machen.

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