Österreich: Schwaches Wachstum bremst Investitionen

Während Spaniens Wirtschaft so stark wuchs wie seit Jahren nicht mehr, verweilt Österreich am Rande der Stagnation. Im ersten Quartal konnte die Wirtschaft Österreichs nur um 0,1 Prozent gegenüber dem Vorquartal zulegen. Das produzierende Gewerbe ist angeschlagen, neue Investitionen werden nicht getätigt.

 

Nach einer Stagnation im 3. und 4. Quartal des vergangenen Jahres hat es Österreichs Wirtschaft auch zu Beginn des Jahres nicht geschafft, stärker zu wachsen. Das teilte das Österreichische Institut für Wirtschaftsforschung (WIFO) am Donnerstag in einer Schnellschätzung mit. So stieg das BIP in den ersten drei Monaten des Jahres nur um 0,1 Prozent gegenüber dem Vorquartal. Im Vergleich zum Vorjahresquartal gab es einen Anstieg um 0,4 Prozent.

„Das geringe Wachstum wurde hauptsächlich von der Konsumnachfrage getragen, doch auch diese blieb verhalten“, so das Institut. So wuchsen die Konsumausgaben der privaten Haushalte im ersten Quartal um 0,1 Prozent im Vergleich zum 4. Quartal 2014. Die Konsumausgaben der öffentlichen Haushalte legten im selben Zeitraum um 0,3 Prozent zu.

Besonders angeschlagen ist das Produzierende Gewerbe in Österreich. In diesem Bereich ging das BIP um 0,6 Prozent zurück, in der Bauwirtschaft um 0,3 Prozent und in der Forst- und Landwirtschaft sogar um 2,3 Prozent gegenüber dem Vorquartal.

Die trüben Wachstumsaussichten haben dementsprechend auch im ersten Quartal des Jahres zu einem weiteren Rückgang der Bruttoinvestitionen geführt (-0,6%): Nach Minus 1,4 Prozent und Minus 1,5 Prozent in den Quartalen zuvor. Schlechte Standortbedingungen und die hohe Verschuldung im Bankensektor drücken ebenfalls die Wachstumspotentiale Österreichs.

Der Dienstleistungsbereich hingegen konnte etwas zum Wachstum beitragen, so das Institut:

„Die Wertschöpfung stieg im Bereich Handel und Kfz, Verkehr, Beherbergung und Gastronomie insgesamt um 0,2%. Im Sektor Information und Kommunikation wurde sie um 0,9% ausgeweitet, im Kredit- und Versicherungswesen und den sonstigen wirtschaftlichen Dienstleistungen um jeweils 0,3%.“

Im Gegensatz zu Österreich konnte Spaniens Wirtschaft im ersten Quartal ein deutliches Wachstum vorweisen. Hier stieg das BIP in den ersten drei Monaten um 0,9 Prozent im Vergleich zum Vorquartal. Das zeigen die neuesten Daten der spanischen Statistikbehörde. Das ist das größte vierteljährliche Wachstum seit Ende 2007. Zuvor war das BIP um 0,7 Prozent im 4. Quartal 2014 und 0,5 Prozent im 3. Quartal des Vorjahres angestiegen.

Im Vergleich zum Vorjahresquartal stieg das BIP in Spanien sogar um 2,6 Prozent. Der niedrige Ölpreis, die Anleihekäufe und die Geldflut durch die EZB unterstützen den Wachstumskurs. Anfang April gab das Land sogar Staatsanleihen mit einer Laufzeit von sechs Jahren mit einer negativen Rendite aus.

Kommentare

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  1. hugin sagt:

    SCHWACHES WACHSTUM – DAS EGEBNIS VON POLIT-AMATEUREN
    Eine „Steuerreform“ welche Belastungen bringt, etwa 2 Millionen Erwerbstätige zahlen kine Steuern weil sie zu wenig verdienen, 450.000 Arbeitslose, viel Mindestrentner, ständige Einchränkungen und Strafen, welche in keinem Verhältnis zum Delikt stehen. So wird der Verstoss gegen die Allergie-Auszeichnung auf den Speisekarten mit einem Höchstsatz von € 55.000.- (fünfundfünfzigtausend) geahndet !
    Dazu ständige Erhöhung bestehender Abgaben, Umlagen, Beiterägen, Steuern, Strafen, und zusätzlich neue Belastungen. Die Sanktionen gegen Russland, trotz der im Staatsvertrag festgeschriebenen Neutralität, schaden der Witrschaft enorm.
    Eine Aufwärtsentwicklung ist nich in Sicht, die kommt erst nach dem Zusammenbruch des Systems, aber das wagt niemand zu sagen !

  2. Alfred Beer sagt:

    Wen wundert das denn wirklich?

    Die Sanktionen gegen Russland tun Ihr Übriges dazu.
    Österreich war schon immer eng mit Russland wirtschaftlich verbunden.

    Einzige Lösung: Fehlbetrag errechnen und bei der nächsten Überweisung des Mitgliedsbeitrages zum Verein “ Europäsche Union“ abziehen.

    So einfach kann es sein, aber da würden wir Politiker mit Rückgrat benötigen – haben wir aber nicht !