Auf Einkaufstour: Jeder zweite Mittelständler erwägt Zukäufe

Immer mehr deutsche, mittelständische Unternehmen denken über Übernahmen von anderen Unternehmen nach. Damit liegen die deutschen Betriebe im internationalen Vergleich auf Platz zwei. Nur in den USA ist der Expansionswille noch größer.

In den vergangenen 12 Monaten haben 57 Prozent der deutschen Mittelständler eine mögliche Übernahme geprüft.  „Im weltweiten Vergleich werden deutsche Firmen damit nur von US-Unternehmen übertroffen“, heißt es im aktuellen „Internationaler Business Report – M&A 2015“ der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Warth & Klein Grant Thornton. In den USA zogen 61 Prozent der Unternehmen Zukäufe in Betracht, in Frankreich waren es 45 Prozent. Für den Bericht befragte die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft zwischen September und Dezember 2014 mehr als 5.000 Führungskräfte mittelständischer und großer Privatunternehmen in 35 Ländern.

„Die Unternehmen in Deutschland und den USA sind wirtschaftlich stark und können auch größere Akquisitionen angehen“, sagte Kai Bartels von Warth & Klein Grant Thornton. „Aber auch in China und in einigen Euroländern wie Spanien ist mit der wirtschaftlichen Erholung der Appetit auf Zukäufe deutlich gewachsen.“

Weltweit gaben 33 Prozent der mittelständischen Unternehmen an, in den nächsten drei Jahren mit Akquisitionen wachsen zu wollen. Bei den deutschen Unternehmen waren dies 23 Prozent: 8 Prozentpunkte mehr als noch 2012. In Italien und Frankreich erwägen sogar 41 Prozent und 37 Prozent der Mittelständler, mittels Zukäufen in den kommenden drei Jahren ihr Unternehmen auszubauen.

„Vom Kaufinteresse in diesen Ländern profitieren deshalb auch deutsche Unternehmen – sie gelten als mögliche Akquisitionsziele“, so Bartels. Die Ziele der deutschen Unternehmen würden sich dagegen nahezu gleichermaßen auf Größenwachstum und das Erschließen neuer geografischer Märkte verteilen, wie der Bericht zeigt.

Mit Blick auf zukünftige Investitionen dieser Art setzen die deutschen Unternehmen jedoch vor allem auf ihre eigenen Rücklagen. 77 Prozent wollen mögliche Zukäufe selbst finanzieren. 19 Prozent können sich auch die Mithilfe von Finanzinvestoren vorstellen: doppelt so viele wie 2012.

Kommentare

Schreiben Sie den ersten Kommentar zum Artikel

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.