Warnstreiks: Post lässt Millionen Briefe liegen

Wegen eines Streiks bei der Post sind bundesweit etwa zwei Millionen Briefe und Pakete nicht ausgeliefert worden. Verdi hat rund Zehntausend Zusteller zum Arbeitskampf aufgerufen. Die Gewerkschaft besteht auf eine Verkürzung der Wochen-Arbeitszeit auf 36 Stunden bei vollem Lohnausgleich.

Bei der Deutschen Post sind am Samstag Millionen Briefe und Pakete liegengeblieben. Die Gewerkschaft Verdi rief bundesweit rund 10.000 Beschäftigte der Post zu erneuten Warnstreiks auf. Schwerpunkt des Ausstands sei die Zustellung, erklärte die Gewerkschaft. Nach Angaben der Post wurden in der Nacht zehn von 82 Briefsortierzentren punktuell bestreikt. In einigen Regionen sei auch die Brief- und Paketzustellung betroffen. Es sei zu erwarten, dass bundesweit etwa zwei Millionen Briefe und 40.000 Pakete nicht ausgeliefert würden. Das seien aber nur etwa drei Prozent des täglichen Aufkommens bei Briefen und 1,2 Prozent bei Paketen. Nach Angaben von Verdi wurden allein in Berlin rund eine Million Briefe und Pakete nicht zugestellt.

Bereits am Donnerstag hatten sich bundesweit Post-Bedienstete an Streikaktionen beteiligt. Daher liegen in den Verteilzentren auch noch unzählige Briefe und Pakete von dieser und früheren Aktionen.

Verdi hatte neue Proteste angekündigt, nachdem auch die dritte Verhandlungsrunde um kürzere Arbeitszeiten Anfang der Woche ohne greifbare Ergebnisse geblieben war. Die Gewerkschaft besteht für die rund 140.000 Tarifbeschäftigten des Konzerns auf eine Verkürzung der wöchentlichen Arbeitszeit von 38,5 auf 36 Stunden bei vollem Lohnausgleich. Eine weitere Tarifrunde ist für den 8. und 9. Mai in Berlin geplant. Sollte die Post dann nicht auf die Forderungen eingehen „legen wir noch eine Schippe oben drauf“, kündigte Verdi-Verhandlungsführerin Andrea Kocsis an.

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