Chinas Industrie setzt Abwärtstrend fort

Der chinesische Einkaufsmanager-Index ist im April auf den niedrigsten Stand seit einem Jahr gefallen. Eine schwache Nachfrage und die Sorge um eine drohende Deflation belasten die Branche. In der Eurozone und speziell auch in Deutschland kämpft die Industrie mit erhöhten Einkaufspreisen.

Im April ist der von der HSBC und Markit erhobene Einkaufsmanager-Index (PMI) für China den zweiten Monat in Folge gesunken. Der Index rutschte von 49,6 Punkten im März auf 48,9 Punkte im April. Der Index sank so schnell, wie seit einem Jahr nicht mehr. Ein Wert unter der 50-Punkte-Marke signalisiert ein Schrumpfen der Branche.

„Die Bedingungen in Chinas verarbeitender Industrie haben sich den zweiten Monat in Folge verschlechtert“, sagt Annabel Fiddes von Markit. Die Produktion stieg nur geringfügig, die Neuaufträge gingen zurück. „Die relativ schwache Nachfrage wird von einem sich verstärkenden deflationären Druck  begleitet“, so Fiddes. Die Nachfrage aus dem Ausland verbesserte sich im April.

Chinas Wirtschaft ist unter Druck. Neben steigenden faulen Krediten, den wachsenden Schattenbanken und der immensen Verschuldung der lokalen Regierungen kämpft die Wirtschaft des Landes mit einer Abkühlung der Konjunktur. Die chinesische Regierung rechnet nur mehr mit einem BIP-Wachstum von sieben Prozent in diesem Jahr. Zudem wird die Umstrukturierung der staatlichen Unternehmen des Landes in den kommenden Monaten auch negative Auswirkungen auf die Industrie nach sich ziehen.

In der deutschen Industrie hat sich das Wachstum im April etwas abgekühlt. Der Einkaufsmanager-Index sank von seinem 11-Monatshoch im März (52,8 Punkte) auf 52,1 Punkte im April. „Damit signalisierte er einen fortgesetzten, wenn auch abgeschwächten Aufwärtstrend im Industriesektor“, so Markit. Das Produktions und Auftragswachstum habe sich verlangsamt,  „blieb aber weiterhin überdurchschnittlich hoch“.

Sowohl in Deutschland als auch in der Eurozone (ausgenommen Österreich) haben sich jedoch die Einkaufspreise im April erhöht. „Aus den jüngsten Umfragedaten geht auch hervor, dass die Unternehmen ihre Mehrkosten zumindest teilweise an ihre Kunden weitergaben und die Verkaufspreise den zweiten Monat in Folge anhoben.“

Der PMI der Eurozone lag mit 52,2 Punkten im April unter den Daten des Vormonats (52,4 Punkte). „Besonders grell blinken die Warnlampen über Frankreich und Griechenland. Beide Länder verzeichneten zu Beginn des zweiten Quartals verstärkte Einbußen“, sagte Chris Williamson von Markit.

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  1. Hans von Atzigen sagt:

    So langsam interlässt, als Folge der Überschuldung des Westens, die sinkende Konsumkraft des Westens, ihre Spuren bei den Exportvolumina der Chinesen.
    Auf diesem Hintergrund sind die Sanktionen gegen Russland ein Geschenk an die Chinesen, das wenigstens etwas Entlastung bringt.
    Dafür machen die auch ein paar Durchgänge in der grossen Mauer auf.
    Sicher keine ,,Liebesheirat,, eher eine Zweckbeziehung.
    Wirtschaftlich pragmatisch und als Dreingabe halten sich beide Geostrategisch den
    Rücken frei. Dazu verringert sich die Abhängigkeit der Chinesen vom Strategisch entscheidenden Öl aus der Golfregion. Eine Region die sich zunehmend in einen
    Hexenkessel verwandelt. Ein Hexenkessel in dem so Einige den Westen nicht besonders lieben.
    Die Konfrontation gegen Russland ist eine Geostrategische Dummheit die ihresgleichen in der neueren Geschichte der Menschheit sucht.
    Am Zweckbündnis Russland- China, Block ,kann sich der Westen böse die Zähne
    ausbeissen.