Dank Börsen-Boom: UBS steigert Reingewinn um 88 Prozent

Die Schweizer Großbank UBS hat im ersten Quartal ihren Reingewinn um 88 Prozent auf 1,98 Milliarden Franken steigern können. Das übertraf die Analysten-Schätzungen bei weitem. Vor allem die Abkoppelung des Franken vom Euro und die Geldflut der EZB bescherten der Bank ein solch gutes Quartalsergebnis.

Die UBS kann im ersten Quartal des Jahres mit seinem besten Konzernergebnis seit fünf  Jahren aufwarten. Wie die Bank am Dienstag mitteilte belief sich der Gewinn vor Steuern auf 2,268 Milliarden Franken. „Ein sehr starkes Resultat, besonders unter Berücksichtigung der erwähnten Volatilität im Devisenmarkt, Währungsumrechnungseffekte und anhaltenden Auswirkungen tiefer oder negativer Zinsen auf das Geschäft“, so die Bank.

Der Reingewinn lag bei 1,997 Milliarden Franken (knapp 1,9 Milliarden Euro): Ein Anstieg von 88 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Analysten hatten mit einem Gewinn von 1,12 Milliarden Franken gerechnet.

Vor allem im Bereich des Investmentbanking und in der Vermögensverwaltung konnte die UBS Plus machen. Der Vorsteuergewinn lag im Investmentbanking bei 774 Millionen Franken, im Wealth Management bei 856 Millionen Franken. Der Bank gelang es neue Gelder in Höhe von 14,4 Milliarden Franken bei Vermögenden einzusammeln. „In allen Regionen wurden Nettozuflüsse hoher Qualität verzeichnet, insbesondere in Asien/Pazifik, und bemerkenswerterweise in Europa, sowohl im inländischen als auch im internationalen Geschäft“, so die UBS.

Beide Bereiche profitierten aber vor allem von den Aktionen der Schweizer Nationalbank und der EZB. Die Kappung der Franken-Euro-Bindung und das gestartete Anleihekauf-Programm der EZB hatten zu einem Boom an den Kapitalmärkten geführt. „Das Geschäft profitierte vom Anstieg der Marktvolatilität und der regen Kundenaktivität, die massgeblich zur Performance in den Bereichen Devisen, Zinsen und Kredite, Aktienderivate und globale Finanzierungsdienstleistungen beitrugen“, teilte die Bank mit.

Anfang April hatte die Schweizer Nationalbank erstmals zehnjährige Anleihen mit einer negativen Rendite ausgegeben. Die Anleger zahlen quasi dafür, ihr Geld in die Anleihen anlegen zu können. Nach der Aufhebung der Franken-Koppelung an den Euro im Januar rutschte die Rendite der bereits gehandelten zehnjährigen Anleihe das erste Mal ins Minus. Ökonomen rechnen damit, dass auch zehnjährige deutsche Staatsanleihen spätestens im Juni in den negativen Bereich rutschen werden.

Die Geldflut der Nationalbanken, allen voran der EZB, hat auch zu einer deutlichen Überbewertung der Aktienmärkte geführt. Unternehmensanleihen und Devisen wurden für Investoren immer beliebter.

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