USA: Daimler bringt selbstfahrende Trucks auf die Straße

Im Bundesstaat Nevada darf Daimler seinen autonom fahrenden Lkw im Straßenverkehr testen. Zwei Radargeräte prüfen den Verkehr vor dem Lkw und eine Stereokamera prüft die Fahrbahnmarkierungen. In Deutschland arbeitet Daimler an einem weiteren Truck, bei dem der Fahrer kurzzeitig das Lenkrad aus der Hand geben kann.

Daimler darf erstmals einen selbstfahrenden Lkw im Straßenverkehr in den USA testen. Der Bundesstaat Nevada gab dazu am Dienstag grünes Licht. „Heute ist ein historischer Tag“, sagte Gouverneur Brian Sandoval.

Daimler-Nutzfahrzeugchef Wolfgang Bernhard sprach von einem wichtigen ersten Schritt in die richtige Richtung, nachdem das Fahrzeug rund 16.000 Testkilometer hinter sich gebracht habe. In Deutschland erprobt Daimler einen Lkw-Prototypen, bei dem der Fahrer das Steuer zeitweise der Technik überlassen kann, bislang nur auf abgesperrter Strecke.

Der US-Bundesstaat Nevada zertifizierte gleich zwei Freightliner Inspiration Trucks für den regulären Betrieb auf öffentlichen Straßen. „Nevada ist stolz, heute Transport-Geschichte zu schreiben und die erste autonome Fahrt eines Lkw auf einem öffentlichen Highway zu ermöglichen“, sagte Gouverneur Brian Sandoval.

Mit Hilfe von Hirnstrom-Messungen (EEG) der Probanden ließe sich zeigen, dass die Müdigkeit der Fahrer um rund 25 Prozent abnehme, wenn sich das Fahrzeug im autonomen Modus befindet und der Fahrer währenddessen sinnvollen Nebentätigkeiten nachgeht, so Daimler. „Untersuchungen belegen zudem eine hohe Akzeptanz der Highway Pilot Technologie sowie eine schnelle Eingewöhnungsphase bei den Probanden.“

Sobald sich der Freightliner Inspiration Truck sicher auf der Autobahn befin­de, könne der Fahrer das Highway Pilot-System aktivieren. „Der Highway Pilot nutzt ein komplexes Set an Kameras und Radarsystemen mit Spurhalte- und Kollisionspräventionsfunktionen, er regelt die Geschwin­digkeit, bremst und lenkt“, heißt es von Seiten Daimlers:

„Ein in der Mitte des vorderen Stoßfängers (…) angebrachtes Radargerät erfasst den Fern- und Nahbereich der Straße. Der Fernbereichsensor erfasst mit einer Reichweite von etwa 250 Metern und einem Winkel von 18 Grad vorausfahrende Fahrzeuge in einem langen und schmalen Bereich. Der Nahbereichsensor erfasst mit einer Reichweite von etwa 70 Metern und einem Winkel von 130 Grad in einem weiteren Bereich Fahrzeuge, die vor dem Lkw einscheren könnten. Der Bereich vor dem Lkw wird zudem von einer Stereokamera überwacht, die sich hinter der Windschutzscheibe oberhalb des Armaturenbretts befin­den. Die Reichweite der Kamera umfasst etwa 100 Meter und einen Winkel von 45 Grad horizontal und 27 Grad vertikal. Die Kamera erkennt Fahrbahnmarkierungen und steht in Kommunikation mit dem Lenkge­triebe des Highway Pilots, um autonom die Spur zu halten.“

Autonome Überholmanöver leite der Highway Pilot nicht ein, diese müssten durch den Fahrer selbst durchgeführt werden. Das Gleiche gilt für das Ver­lassen des Highways und den Spurwechsel.

Auch die Konkurrenz arbeitet an ähnlichen Projekten. So tüftelt die VW -Tochter Scania an einem elektronisch gekoppelten LKW-Konvoi, bei dem nur das Führungsfahrzeug von einem Fahrer gesteuert wird. Selbstfahrende Autos gelten als Zukunftsgeschäft in der Branche. an.

 

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