Trotz Streit mit EU: Griechen wollen den Euro behalten

Eurogruppen-Chef Dijsselbloem rechnet nicht mit einer schnellen Einigung mit Griechenland. Seit Wochen ziehen sich die Verhandlungen mit der neuen Regierung hin. Die griechische Bevölkerung will aber einen Verbleib in der Eurozone, auch wenn ein neues Bailout beschlossen werden sollte.

Eine aktuelle Umfrage der University of Macedonia für den Sender Skai TV zeigt, dass die griechische Bevölkerung keinen Grexit will. Auf die Frage, ob sie den Euro behalten oder zu ihrer Drachme zurückkehren wollen, sprach sich die Mehrheit (66,5%) für den Euro aus. 27 Prozent würden eine Rückkehr zu ihrer nationalen Währung vorziehen, so Kathimerini. Selbst, wenn ein neues Memorandum mit den Gläubigern unterzeichnet werden müsste, würden noch 55,5 Prozent in der Eurozone bleiben wollen.

Am Montag kommt es in Brüssel zu einem Zusammentreffen der Euro-Finanzminister. Aufgrund der erneut drohenden Staatspleite wird Griechenland erneut Thema sein. Nach dem französischen Finanzminister Michel Sapin hat sich nun auch Eurogruppen-Chef Dijsselbloem kritisch zu einem möglichen Durchbruch in der Diskussion um Schuldenerlass und Reformstau geäußert. Es werde am Montag wohl keine Einigung geben, so Dijsselbloem in Paris. Es gelte noch viele offene Fragen zu lösen.

Abgesehen von einer Staatspleite wird im Fall Griechenland auch weiterhin ein möglicher Grexit diskutiert. Mitte April hatte das DIW vor nicht absehbaren Folgen für die Wirtschaft Griechenlands und der Eurozone im Falle eines Austritts gesprochen.

Kommentare

Dieser Artikel hat 2 Kommentare. Wie lautet Ihrer?

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

  1. deprofundis sagt:

    So ist es!!! Wir zahlen doch gerne – wir zahlen auch gerne für ein zum Scheitern verurteiltes Experiment, welches sich seit längerem nun schon als haltlos herausgestellt hat. Statt ein Experiment, welches außer Kontrolle geraten ist , abzubrechen – wird hier lieber daran um jeden Preis festgehalten. Warum sollte Griechenland die großzügige Alimentierung auch nicht mehr wollen??? Wo diese denn auch alternativlos ist – wie wir gelernt haben. Ich freue mich schon darauf, meinen Kindern ein Märchen zu erzählen:
    es war einmal ein Projekt, daß hieß Europa und das wollte……..

    ein „besseres oder „grussligeres“ Märchen hätte auch den Gebrüder Grimm nicht einfallen können….

  2. syssiphus sagt:

    Einen besseren Goldesel werden die nicht finden,Inkasso Moskau ist keine Option für die vielen blinden,100-jährigen,griechischen Taxifahrer.Der Märchenonkel aus Brüssel erzählt bestimmt wie das geht,mit dem „Tischlein deck dich“.