Österreich: Gewerbe und Handwerks-Betriebe steigern Umsatz im Ausland

Die österreichischen Handwerks- und Gewerbebetriebe konnten 2014 ihren Jahresumsatz im Ausland im Vergleich zum Vorjahr deutlich steigern. 6,2 Milliarden Euro betrug das Exportvolumen. Die Betriebe könnten ihren Umsatz jedoch deutlich erhöhen. Nur 16 Prozent der Betriebe waren im Ausland im vergangenen Jahr überhaupt aktiv.

2014 erzielten die österreichischen Handwerks- und Gewerbebetriebe einen Gesamtumsatz in Höhe von 80,6 Milliarden Euro. 6,2 Milliarden Euro davon entfielen auf den Export, wie eine aktuelle Erhebung der KMU Forschung Austria zeigt. Damit kletterte der Anteil des Exportumsatzes am Jahresumsatz 2014 auf 7,7 Prozent. 2013 waren es noch 7,4 Prozent des Jahresumsatzes.

„Das sind sehr beeindruckende Exportleistungen“, so Walter Bornett von der KMU Forschung Austria. Das Wachstumspotential ist jedoch noch viel größer. Denn lediglich 16 Prozent der Gewerbe- und Handwerksbetriebe waren im vergangenen Jahr im Ausland tätig.

Das Gewerbe und Handwerk zeichne sich durch qualitativ hochwertigste Produkte und Dienstleistungen mit generell sehr guten Chancen auf internationalen Märkten aus, so Bornett. „Diese Chancen werden aber sowohl regional als auch branchenspezifisch sehr unterschiedlich genutzt.“

Ähnlich sieht es Renate Scheichelbauer-Schuster von der Wirtschaftskammer Österreich. Sie bezeichnet die aktuellen Zahlen als „Erfolgstory“. Die Wirtschaftskammer strebe an, die Zahl der im Ausland aktiven Betriebe noch zu erhöhen. Die aktuellen Daten der KMU Forschung Austria würden zeigen, dass die heimischen Gewerbe- und Handwerksbetriebe einen Fuß in der Tür des heimischen Exports haben.

„Wir wollen aber, dass die Exporttür weiter aufgestoßen wird und planen daher eine Offensive, damit mehr Gewerbe und Handwerksbetriebe ihren Erfolg im Ausland suchen“, so Scheichelbauer-Schuster. „In den kommenden 4 Jahren peilen wir einen Wert von 20 Prozent der Betriebe an“, Damit sollt der Anteil am Umsatz auf etwa 10 Prozent steigen. „Unsere Produkte und Dienstleistungen sind qualitativ hochwertig und innovativ. Dies müssen wir mehr in den Vordergrund rücken“.

Neben den mittleren Betrieben haben aber auch kleine Betriebe die Chancen im Ausland bisher zu wenig genutzt. So waren von den größeren Gewerbe- und Handwerksbetrieben (mit 20 und mehr Beschäftigten) 38 Prozent exportorientiert. Bei den Kleinstbetrieben (mit weniger als 10 Beschäftigten) waren es lediglich 15 Prozent.

Bei den Kleinst- und Kleinbetrieben mangele es aber weniger an exportfähigen Produkten und Leistungen, als vielmehr an Selbstvertrauen bzw. den notwendigen Ressourcen, so Walter Bornett von KMU Forschung Austria.

Mit Blick auf die einzelnen Branchen im Handwerk und Gewerbe zeigten sich ebenfalls große Unterschiede. Die größten Aktivitäten im Ausland zeigten sich bei den Kunststoffverarbeitern. Von ihnen erwirtschafteten 76 Prozent mehr als ein Drittel ihres Umsatzes im Ausland. Im Nahrungsmittelgewerbe (53%), im Metalldesign (54%) und bei den Mechatronikern (36%) war der Anteil der exportierenden Betriebe ebenfalls hoch.

Vor allem in Vorarlberg zeichnet sich bei den Handwerks- und Gewerbebetrieben ein großes Interesse am Export ab. 42 Prozent der Vorarlberger Betriebe waren 2014 im Ausland aktiv, so die KMU Forschung Austria. In Wien und Tirol waren es 25 und 20 Prozent.

Eine stärkere Ausrichtung hin zum Export kann den österreichischen Handwerks- und Gewerbebetrieben helfen. „Die private wie die öffentliche Nachfrage lassen zu wünschen übrig“, so Scheichelbauer-Schuster von der Wirtschaftskammer Österreich Anfang des Jahres. „Angesichts dieser aktuellen Konjunkturschwäche, das besonders Gewerbe und Handwerk trifft,  sind Impulse notwendig, um wieder für mehr Wachstum und Beschäftigung sorgen zu können.“

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  1. biersauer sagt:

    Diese par vom Abriss verschonten Betriebe, sind bestenfalls ein Abgesang der österr.
    Wirtschaft, welche einmal hervorragende Leistungen erbracht hatte.