Wien: Lebensmittel bis zu 70 Prozent teurer als in München

Trotzdem sich Österreich wie Deutschland in der Eurozone befindet, sind die Preisunterschiede für Konsumenten teilweise enorm. Sowohl bei Lebensmitteln als auch bei Drogerieprodukten müssen die Wiener oft tiefer in die Tasche greifen als die Münchner Nachbarn.

66 Markenlebensmittel hat die Arbeiterkammer Wien mit identischen Lebensmitteln aus Münchner Supermärkten verglichen. Dennoch wurden große Unterschiede bei den Preisen festgestellt. So zeigte sich, dass Marken-Lebensmittel im Durchschnitt in Wien etwa ein Fünftel teurer seien als in München. Einzelne Produkte kosten sogar bis zu 70 Prozent mehr.

So zum Beispiel die 750 Gramm-Packung von 123 Frites Original McCain. In München kosten sie durchschnittlich 1,73 Euro, in Wien 2,95 Euro. Für die 200 Gramm-Packung von Leibniz Butterkeksen zahlen die Konsumenten in Wien durchschnittlich 81 Cent mehr. „Es ist nicht nachvollziehbar, warum heimische Konsumenten für das gleiche Produkt mehr zahlen müssen als unsere Nachbarn“, so die Arbeiterkammer.

„Die Umsatzsteuer für Lebensmittel beträgt bei uns zehn Prozent, für Getränke und andere Waren 20 Prozent; in Deutschland sieben bzw. 19 Prozent“, so die Arbeiterkammer. Aber selbst, wenn die unterschiedliche Umsatzsteuer herausgerechnet werde, sei Wien noch immer um 15,3 Prozent kostspieliger.

Doch nicht nur Marken-Lebensmittel sind in Wien oft teurer als in München. Im Vergleich der Kosten für Drogeriewaren waren alle verglichenen Waren in Wien teurer als in München.  Manche Drogeriewaren kosten in Wien meist doppelt so viel wie in München, obwohl es sich um ein und dasselbe Produkt handelt.

So ist der Warenkorb mit 165 identischen Drogeriewaren in Super- und Drogeriemärkten in Wien im Schnitt 53,2 Prozent teurer als in München. Der Österreich-Aufschlag lasse sich nicht wegleugnen, sagt Gabriele Zgubic von der Arbeiterkammer. „Unfassbar, alle verglichenen Drogeriewaren sind in Wien im Schnitt teurer als in München.“

Kommentare

Dieser Artikel hat 2 Kommentare. Wie lautet Ihrer?

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

  1. Leif.t.laumann sagt:

    Stimmt schon,

    Drogerieprodukte sind eher teuer, die Palmolive-Rasiercreme kostet hier bei dm ca. 1,70 € in Deutschland um 85 ct. Pistazien sind absurd teuer, ca. 4€ fürs kleine Paket…kostet in D die Hälfte…

    Andererseits ist die Shoppingkultur in Österreich anders…dm ist zum Beispiel oft teurer als der Spar oder Müller, während dm meist in Deutschland den günstigsten Preis hat.

    Lebensmittel sind etwas teurer, aber ich würde sagen auch hochwertig(er), made in Austria ist schon präsent, Bio sowieso. Für alles andere gibt es amazon und die EU; wenn man denn schon im Supermarkt leben und arbeiten muss…

    Trotz der Preise würde ich jetzt nicht in D wieder leben wollen, Österreich ist mir da vieeeeeel sympathischer, das Essen besser und das Klima/die Menschen freundlicher.

    Nur das Wohnen ist nur unverschämt teuer, aber das ist in Hamburg auch so.

    Wer ein bisschen in die 80er zurückreisen möchte, bevor die „marktkonforme“ Demokratie eingeführt wurde…ein Hoch auf die Beharrlichkeit der südlichen Vettern.

    Grüße aus Wien…

  2. biersauer sagt:

    Hofer ist bei Preiserhöhungen hervorragend!
    Ob Speiseeis, Frischmilch, Dosengetränke, oder zuletzt Wiener Karotten aus dem Marchfeld von 39 Cent/kg auf 99 Cent/kg verteuert. Das ist eine Rekorderhöhung um über 250%.
    Dafür bietet Hoffer dann für nur einige Tage, solchen Fleischüberschuss des Russenbashing um 3,99/kg an. Solche Gelegenheiten sind aber am selben Tag gleich ausverkauft.