Rubel-Krise dämpft Immobilienpreise in Wien

Die Nachfrage nach Wiener Luxus-Immobilien geht leicht zurück. Russische Investoren schrecken nach dem Einbruch des Rubels vor großen Investitionen im Euro-Raum zurück. Das dämpft die Preisentwicklung. Wiener Immobilien haben sich in den vergangenen zehn Jahren um über 50 Prozent verteuert.

Die Preise für Eigenheime in Österreich entwickeln sich nicht mehr so stark nach oben, wie in den vergangenen Jahren. Zwischen 2008 und 2013 sind die Preise in Wien um 55,6 Prozent gestiegen, wie die Immobilienberatungsgesellschaft Knight Frank ausgerechnet hat. Die Finanzkrise hat Investoren dazu gebracht, ihr Geld in sichere Anlagemöglichkeiten wie Wiener Immobilien zu stecken.

Grund für die sich abschwächende Preisentwicklung in Wien ist die Rubelkrise, die zu Beginn des Jahres ihren Anfang nahm. Ausländische Investoren machen etwa 40 Prozent des Wiener Immobilienmarktes aus. „Die Russen dominieren die Verkäufe von erstklassigen Immobilien, sagt Christian Sommer, Manager bei der Wiener Immobilienvermittlung Engel & Völkers in einem Bericht der FT. Auch aus Osteuropa und Deutschland kämen viele Investoren, doch die Russen hätten in den letzten zehn Jahren deutlich höhere Beträge investiert, so Sommer.

Das ist seit dem Einbruch des Rubels vorbei. Die Sanktionen des Westens gegen Russland infolge der Ukraine-Krise haben zu einer Rezession in Russland und zu einem Abstürzen der Währung geführt. Immobilienkäufe aus Russland ließen in der Folge deutlich nach. Wenn die höherpreisigen Objekte nicht mehr so stark nachgefragt würden, wirke sich das auch auf den Rest des Immobilienmarktes aus, sagt Sommer.

An ein Ende der Preiserhöhung möchte Sommer noch nicht denken. Die Errichtung neuer Wolkenkratzer in Wien schafft neue Anreize für Investoren aus der ganzen Welt. Das Goldene Quartier ist 622 Millionen Euro das anspruchsvollste Großprojekt im Zentrum Wiens. Es enthält neben zahlreichen Apartments und Boutiquen auch eine Luxus-Villa im Wert von knapp acht Millionen Euro.

In Aspern soll ein Wolkenkratzer aus Holz entstehen. Das Gebäude soll mit 85 Metern das höchste seiner Art auf der ganzen Welt werden und Teil eines großen Stadtentwicklungsprojekts werden, bei dem darüber hinaus noch ein Hotel und weitere Apartments gebaut werden sollen. Wie teuer diese Objekte sein werden, steht noch nicht fest.

Die teuersten Objekte sind in der Inneren Stadt zu finden, in der Nähe der Staatsoper, der Hofburg oder am Stephansdom. Engel & Völkers vermarkten ein Penthouse mit drei Schlafzimmern für 5,45 Millionen Euro bei einer Größe von 347 Quadratmetern, einer 22 Quadratmeter großen Terrasse, Parkettboden, Feuerstelle und einem Eingang mit integriertem Aufzug.

In Zentralwien kostet ein Quadratmeter zwischen 8.000 und 15.000 Euro, aber auch bis zu 25.000 Euro können für besonders exklusive Objekte anstehen. Fast ausschließlich ausländische Investoren interessieren sich für diese Preisklasse. Die niedrigeren Preise außerhalb des Zentrums sind bei den wohlhabenden Österreichern begehrt. Sie zahlen 5.000 bis 8.000 Euro pro Quadratmeter.

Die günstigsten Objekte in Wien kosten 500.000 Euro und bestehen aus einer Wohnung bis zu 90 Quadratmetern. Für eine Wohnung mit bis zu 120 Quadratmetern, fünf Zimmern und zwei Badezimmern bezahlt man schon über eine Million Euro.

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  1. Hans von Atzigen sagt:

    Rubel Kriese?
    2014 konnte sich die Russische Zentralbank einen Leitzinssatz
    von sagenhaften 8% leisten?
    Man stelle sich so etwas in den USA oder EU vor?
    Das Westliche Finanzwesen würde postwendend zusammenbrechen.
    Fazit:
    Scheint eher die Russische Wirtschaft ist ohne Zweifel
    auf tieferen Niveau etwas solider aufgestellt.
    Da steht so einiges an Ungereimtheiten im Raum.
    Tragfähige Infos muss man sich sofern überhaupt vorhanden
    mühsam zusammensuchen und herausfiltern.
    So im Grobraster kann man nur Vermutungen anstellen.
    Vermutung:
    Nach dem Totaldesaster der UDSSR haben die Russen
    offenbar daraus einige Lehren gezogen und umgesetzt.
    Der angeblich unmittelbare Kollaps der Russischen Wirtschaft
    könnte sich auch als Wunsch- Fehl-Einschätzung präsentieren.
    Gewiss Russland ist keine Produktionsmaschine.
    Anderseits aber auch nicht eine grossflächige Hungernation.
    Da steht so einiges an Ungereimtheiten im Raum.
    Freundliche Grüsse