Kein Ende in Sicht: Gewerkschaften drohen mit weiteren Streiks

Während die Erzieher der Kitas ihren Streik fortsetzen, haben nun auch die Mitarbeiter der Post ihre Arbeit niedergelegt. Mitte Mai droht zudem ein Streik der Versicherer. Im Juni könnten dann auch noch die europäischen Fluglotsen ihrer Arbeit fernbleiben.

Kaum hat sich der Zugverkehr in Deutschland wieder einigermaßen normalisiert, droht schon wieder eine neue Streikwelle in Deutschland. Im Streik der Kitas ist noch kein Ende in Sicht, da haben bereits Mitarbeiter der Post ihre Arbeit niedergelegt. In Bayern, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen sowie Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern seien die Ausstände bereits angelaufen, sagte ein Verdi-Sprecher am Dienstag der Nachrichtenagentur Reuters. Die Proteste seien bundesweit geplant, weitere Bundesländer würden folgen. Die Bürger müssen sich damit auf Verzögerungen bei der Zustellung von Briefen und Paketen einrichten.

Verdi fordert für die 140.000 Tarifbeschäftigten des Konzerns kürzere Arbeitszeiten und deutlich mehr Geld, alle bisherigen Angebote der Post hat die Gewerkschaft abgelehnt. Die Löhne sollen bei einer Laufzeit von zwölf Monaten um 5,5 Prozent angehoben werden. Verdi verlangt zudem eine Verkürzung der Wochen-Arbeitszeit auf 36 Stunden bei vollem Lohnausgleich.

Neben den Arbeitsniederlegungen bei der Post fordert die Gewerkschaft Verdi auch höhere Gehälter für die Beschäftigten im Innendienst der Versicherer. Am 22. Mai steht in Hamburg die dritte Verhandlungsrunde für die 174.000 Beschäftigten im Innendienst an. Den Anfang der Warnstreikwelle machen am Dienstag Karlsruhe und Stuttgart, am Mittwoch ruft die Gewerkschaft Beschäftigte in Hannover, Bremen und München zum Ausstand auf.

Verdi veranschlagte 5,5 Prozent mehr Gehalt, mindestens aber 160 Euro, bei einer Laufzeit von zwölf Monaten. Die Arbeitgeber wollten dagegen für drei Jahre abschließen. Für die ersten sechs Monate bis Oktober sei dabei keine Erhöhung vorgesehen, danach sollen die Gehälter um 1,6 Prozent angehoben. Je ein Jahr später seien Erhöhungen von 1,4 und 1,2 Prozent geplant.

Trotz des derzeitigen Endes des Bahnstreiks könnte es bei der Bahn nach dem 21. Mai erneut zu Verzögerungen kommen. „Entweder wir einigen uns oder es kracht“, sagte Regina Rusch-Ziemsa von der Gewerkschaft EVG. Die konkurrierende Lokführergewerkschaft der GDL will sechs Prozent mehr Lohn, zumindest aber 150 Euro.

Darüber hinaus treffen sich am 18. Mai Gewerkschaften der Fluglotsen aus mehreren europäischen Lndern sowie der Dachverband ATCEUC in Brüssel. Dort wolle man der deutschen Fluglotsengewerkschaft GdF zufolge über die Notwendigkeit international koordinierter Maßnahmen beraten.

Hintergrund der Ankündigung sind Vorgaben aus Brüssel: Die EU-Kommission hat einen einheitlichen europäischen Luftraum auf den Weg gebracht, um die Luftfahrt nach Verkehrsströmen und nicht nach Landesgrenzen auszurichten. Ziel ist neben einer Reduzierung der Treibhausgasemissionen auch ein besseres Flugverkehrsmanagement – dazu zählen Sicherheitsstandards, aber auch Kostensenkungen.

Arbeitnehmervertreter wie die GdF werfen der Kommission vor, sie fordere stetige Gebührensenkungen, die den Airlines zugutekämen. Deshalb wollten die Fluglotsen bereits im Herbst 2013 die Arbeit niederlegen. Der Arbeitskampf wurde seinerzeit aber kurzfristig abgesagt.

Kommentare

Schreiben Sie den ersten Kommentar zum Artikel

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.