Spionage: Verfassungsschutz warnt vor Tätern im eigenen Unternehmen

Verfassungsschutz-Präsident Hans-Georg Maaßen warnt Unternehmen in Deutschland vor sogenannten Innentäter. Viele Mitarbeiter geben fahrlässig Informationen heraus, einige leiten diese absichtlich weiter. Vor allem Russland und China liebäugeln mit Informationen aus deutschen Unternehmen.

Deutsche Firmen stünden im Fokus ausländischer Geheimdienste vor allem aus China und Russland, da sie zahlreiche Kronjuwelen zu bieten hätten, sagte Verfassungsschutz-Präsident Hans-Georg Maaßen am Mittwoch bei einer Sicherheitstagung in Berlin. Dabei gehe es nicht nur um Forschungsergebnisse, sondern auch um Kontaktverzeichnisse, Kundendienste und Marktstrategien.

„Menschen stellen eine mögliche Sicherheitslücke dar, die von Unternehmen oft unterschätzt wird“, sagte Maaßen weiter. „Ein Spionageangriff ist häufig eine Kombination aus Elektronischem Angriff und menschlichem Handeln.“ Unternehmen wie auch Behörden benötigten deshalb motivierte und sensibilisierte Mitarbeiter als eine „human firewall“ zum Schutz vor illegalem Technologietransfer, Sabotage und Terrorismus.

Ähnlich sieht es auch Der Vorsitzende des ASW Bundesverbandes ASW Volker Wagner unterstreicht: „Viele Unternehmen, insbesondere KMU, unterschätzen die Gefahren von Wirtschaftsspionage und Wirtschaftskriminalität.“ Es bedürfe daher einer engen Zusammenarbeit zwischen Staat und Wirtschaft, um über diese Risiken aufzuklären und sie erfolgreich zu bekämpfen.

Viele Mitarbeiter gäben fahrlässig Informationen heraus, die sie nicht als brisant einstuften – etwa den Namen oder die E-Mail-Adresse eines Vorgesetzten. Interessant sei für die Täter etwa auch, in welchem Tennisclub der Chef verkehre, was für Interessen er habe oder ob er verheiratet sei.

Darüber hinaus gebe es Mitarbeiter, die Informationen vorsätzlich nach außen gäben. Ihnen gehe es dabei nicht immer ums Geld. Eine Rolle spielten eine mangelnde Identifizierung mit der Firma sowie Frust, Wut oder Enttäuschung. Aber auch persönliche Probleme kämen als Motiv infrage. Eine weitere Gefahr stellen laut Maaßen Innenquellen dar, die gezielt in einer Firma platziert würden, etwa als Gastwissenschaftler.

Neben der Betriebsspionage sei auch die Wirtschaftssabotage nicht außer Acht zu lassen. Ziel dabei sei es, den Ruf von Unternehmen anzuschwärzen, wenn Produkte etwa zurückgerufen werden müssten.

 

Kommentare

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  1. Volker K. sagt:

    Deutsche Firmen stünden im Fokus ausländischer Geheimdienste, vor allem aus China und Russland, da sie zahlreiche Kronjuwelen zu bieten hätten…..

    Denn die Amerikaner sind schließlich unsere Freunde, denen überreicht man die Informationen auf dem Präsentierteller…..

  2. koko sagt:

    Ist schon witzig.
    Der Oberausspionierer warnt vor anderen Ausspionierern… LOL

    • gh sagt:

      Hallo Koko,
      wennst keine Ahnung über die Zuständigkeiten der deutschen Nachrichtendienste hast, behalt das doch am besten für Dich. Der Verfassungsschutz spioniert nicht aus, sondern wehrt einzig und allein Angriffe auf die Freiheit und Demokratie – auch Deiner(!) – ab. Die Informationsbeschaffer sind bei einem anderen Unternehmen tätig. In der Zeit, in der Du Dir Gedanken gemacht hast, wie Du Dein Nichtwissen formulierst hättest Dich auch schlau machen können…

  3. ReiHe44 sagt:

    Herr Maaßen, nicht ablenken, hier geht es doch zuerst um die aufgedeckten Ereignisse um den NSA. Und die meisten Fälle von Geheimnisverrat und Spionage haben doch eine direkte Spur zum Geld, welches die Welt regiert.