Österreich: Technologien sind Exportschlager

Österreich profitiert mittlerweile sehr stark von der Innovationskraft seiner Unternehmen. 3,8 Milliarden Euro erwirtschafteten österreichische Unternehmen im vergangenen Jahr mit technologischen Dienstleistungen. Zehntausende Patente werden jedes Jahr von österreichischen Unternehmen angemeldet.

Neben dem Tourismus glänzt Österreich inzwischen auch mit Technologien. So sank zwar die Leistungsbilanz Österreichs im vergangenen Jahr, aber „konnten österreichische Unternehmen jedoch mit technologischen Dienstleistungen im Ausland punkten und lukrierten daraus netto 3,8 Milliarden Euro“, so die Österreichische Nationalbank.

Damit könnten die Unternehmen locker mit Ländern wie Deutschland oder dem Vereinigten Königreich konkurrieren. „Die Stärkung der technologischen Kompetenz Österreichs ist der Schlüssel, um die Attraktivität der heimischen Produkte und des Wirtschaftsstandorts auch künftig zu sichern“, sagte Vize-Gouverneur Andreas Ittner. Insbesondere in der industriellen Spitzentechnologie sei sogar noch Aufholpotenzial.

Innerhalb der vergangenen Jahre haben sich die österreichischen Technologie-Exporte verzehnfacht, seit 2010 haben sie noch einmal richtig angezogen. Die „Technologische Zahlungsbilanz“ kletterte von einer Milliarde im Jahr 1995 auf knapp zehn Milliarden in 2014. Zum Vergleich: Die Summe der Waren, die Österreich 2014 nach Italien oder in die USA exportiert hat, war mit 7,9 Milliarden Euro und 6,9 Milliarden Euro deutlich geringer.

„Die österreichische Bundesregierung hält an dem Ziel fest, Österreich in die Spitzengruppe der innovativsten Forschungsländer Europas zu führen“, heißt es aus dem Bundesministerium für Verkehr, Innovation und Technologie.

Insgesamt wurden in den Jahren von 2000 bis 2011 von Unternehmen in Österreich weltweit über 20.400 Patente angemeldet, wie der aktuelle Forschungs- und Technologiebericht 2014 zeigt. Knapp 13.800 Patente davon kamen von Unternehmen mit Hauptsitz in Österreich, über 6.600 Patente von in Österreich tätigen Unternehmen mit Hauptsitz im Ausland. „Differenziert man nach dem Standort der ErfinderInnen, so ist der Anstieg primär auf eine steigende Zahl von Patenten, die nur ErfinderInnen aus Österreich aufweisen, zurückzuführen.“

Im Vergleich von fünf internationalen Innovationsrankings befindet sich Österreich im Vergleich mit anderen OECD- und EU-Mitgliedsstaaten aktuell je nach Ranking zwischen dem 11. und 20. Platz, so der Bericht.

Beim „Innovation Union Scorebord 2015“ der EU-Kommission belegt Österreich in Sachen Innovationsleistung beispielsweise aktuell Rang elf – ein Ergebnis über dem EU-Durchschnitt.

Diese Positionierung zeige zwar die im EU-Vergleich überdurchschnittliche Innovationsperformance Österreichs, beurteilt das Bundesministerium für Wirtschaft das Abschneiden hinsichtlich der Innovationsleistung. Es werde aber auch deutlich, dass der internationale Wettbewerb stark zugenommen habe und Österreich seine Anstrengungen in der Forschungs- und Innovationspolitik verstärken müsse.

Damit der Erfolgskurs im Technologiebereich anhält, setzt man in Österreich weiter auf Investitionen. So belaufen sich die Bruttoinlandsausgaben für Forschung und experimentelle Entwicklung 2014 auf 9,32 Milliarden Euro. Das entspricht einer Forschungsquote von 2,88 Prozent.

Dem aktuellen Forschungs- und Technologiebericht 2014 zufolge werde der Bund seine Forschungsfinanzierung voraussichtlich noch um zwei Prozent steigern, die Unternehmen um 3,6 Prozent. „Österreich liegt mit seiner Forschungsfinanzierung erfreulicherweise weit über dem EU-28-Durchschnitt von 2,06 Prozent“, so der Bericht.

Wichtig sei im Zusammenhang mit dem Erhalt der guten Performance im Technologiebereich vor allem auch die Unterstützung der kleinen und mittleren Unternehmen (KMU). „Neben Schlüsseltechnologien sollen insbesondere innovative KMU bei ihrer Expansion zu weltweit führenden Unternehmen unterstützt werden.“

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