Niedriger Ölpreis: OMV-Gewinn bricht ein

In den ersten drei Monaten ist der Gewinn des Erdöl- und Gaskonzerns OMV deutlich zurückgegangen. Das Betriebsergebnis halbierte sich im Vergleich zum Vorjahr. Neben dem niedrigen Ölpreis kämpft der Konzern auch mit Unruhen in Förderländern wie Jemen und Libyen.

Der Erdöl- und Gaskonzern OMV hat im ersten Quartal wegen des stark gesunkenen Ölpreises einen Gewinneinbruch verbucht. Das um Lagereffekte bereinigte Betriebsergebnis halbierte sich im Vergleich zum Vorjahr auf 333 Millionen Euro, wie das in Wien ansässige Unternehmen am Montag mitteilte.

Den Preisverfall bekam die OMV vor allem im Öl- und Gasfördergeschäft zu spüren, wo die Verkaufspreise deutlich zurückgingen. Der Ölpreis hat sich in den vergangenen zwölf Monaten in etwa halbiert – aufgrund einer Konjunkturflaute in vielen Teilen der Welt und des US-Förderbooms durch die umstrittene Fracking-Technik. „Der durchschnittlich erzielte Rohölpreis des Konzerns fiel um 53 Prozent, während der durchschnittlich erzielte Gaspreis in USD/1.000 cf im Vergleich zu Q1/14 um 18 Prozent  sank“, so der Quartalsbericht.

Für den Rest des Jahres erwartet der Konzern einen durchschnittlichen Ölpreis zwischen 50 und 60 Dollar je Barrel. Aktuell wird die Nordsee-sorte Brent bei 67 Dollar gehandelt und das US-Öl WTI bei 60 Dollar.

Insgesamt sank die OMV Gesamttagesproduktion von Erdöl und NGL um Prozent, was OMV zufolge vor allem auf  Produktionsausfälle in Libyen zurückzuführen sei. Die Gesamttagesproduktion von Erdgas stieg gegenüber dem Vorjahresquartal um zwei Prozent. „Die Gesamtverkaufsmenge sank, hauptsächlich durch niedrigere Verkaufsmengen aus Norwegen und Libyen, um 11 Prozent.“

Der OMV machen weiterhin Unruhen in den Förderländern Libyen und Jemen zu schaffen: Dort werde die Ölförderung auch für den Rest des Jahres beeinträchtigt sein, erklärte das Unternehmen. Ohne einen Beitrag dieser beiden Länder schrumpfe die Gesamtförderung 2015 voraussichtlich auf rund 300.000 Barrel pro Tag nach 309.000 im Jahr 2014. Für die Förderung im Jemen habe die OMV „Force Majeure“ (Höhere Gewalt) erklärt. Damit will sich das Unternehmen absichern, sollte das Land dem Konzern durch den Stillstand der Anlage Vertragsbruch vorwerfen.

Für Schadensbegrenzung sorgte das Geschäft mit der Weiterverarbeitung von Öl zu hochwertigen Treibstoffen. Hier profitiert OMV vom niedrigen Ölpreis, weil dadurch unter anderem auch die eigenen Energiekosten des Unternehmens sinken. Im weiteren Jahresverlauf würden die Raffineriemargen jedoch wieder sinken, bekräftigte die OMV. Grund sind Überkapazitäten bei den Raffinerien in Europa.

Um sich längerfristig für den gesunkenen Ölpreis zu rüsten, plant die OMV ein Sparprogramm. Details stehen noch nicht fest. „Aufgrund des signifikant gesunkenen Ölpreises und der Unberechenbarkeit unserer Produktion in Libyen, haben wir unser Investitionsprogramm zurückgefahren“, so der Konzern. Kostensenkungsmaßnahmen wurden erneut angekündigt.

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