IWF: Staaten subventionieren Energiekonzerne mit 5,3 Billionen Dollar

Mit etwa zehn Millionen Dollar wird die Energiebranche jede Minute subventioniert. Vor allem die unsichtbaren Subventionen sind immens, so der IWF. Denn beim Thema Energie gehe es auch um entstandene Umwelt- und Gesundheitsschäden, für die die Staaten aufkommen, nicht aber die Konzerne.

Um die tatsächlichen Subventionen für die Energie-Unternehmen zu beurteilen, müssen neben den offiziellen staatlichen Hilfen für beispielsweise Kohlekraftwerke etc. auch Kostenpunkte im Bereich Umwelt und Gesundheit mit eingerechnet werden. Hier tragen die öffentlichen Haushalte die Kosten für Folgen, die aus der Jeweiligen Energiegewinnung entstehen.

So schätzt der IWF in einer aktuellen Untersuchung die tatsächlichen Kosten für fossile Brennstoffe 2015 auf 5,3 Billionen Dollar. Das entspricht in etwa 6,5 Prozent des weltweiten BIP. Das ist mehr als die gesamten Gesundheitsausgaben aller Regierungen der Welt, so der IWF.

Dem IWF zufolge machen bei der Subventionierung die Folgen der Verbrennung von Kohle, ÖL und Gas den größten Anteil aus: Dazu gehören beispielsweise Luftverschmutzungen, zunehmende Überschwemmungen, Dürren, gesundheitliche Schäden der Anwohner nahe eines Kraftwerks etc..

Ein Stopp der Subventionen für fossile Brennstoffe würde die CO2-Emissionen um 20 Prozent senken, so der IWF. Aber auch die Zahl der Todesfälle in Folge von Luftverschmutzung würde um 50 Prozent zurückgehen: 1,6 Millionen Leben Menschen jährlich.

Zumal ein Ende der Subventionen auch den die Subventionen für Erneuerbare Energien senken würden, gibt der IWF an. Schließlich würden bei einem Ende der staatlichen Gelder für fossile Brennstoffe die Energiepreise für diese steigen und somit auch deren tatsächliche Kosten reflektieren, heißt es in dem Arbeitspapier des IWF.

Die größte Luftverschmutzung verursachen dem IWF zufolge Kohlekraftwerke. China, das stark auf Kohle setzt, zahlt den IWF-Berechnungen zufolge jährlich Subventionen in Höhe von 2,3 Billionen Dollar. Danach folgen die USA mit 700 Milliarden Dollar, Russland mit 335 Milliarden Dollar, Indien und Japan. Die Europäische Union unterstützt die Kohleindustrie mit 330 Milliarden Dollar.

Ende des vergangenen Jahres lieferte das Umweltbundesamt Zahlen zu den umweltschädlichen Subventionen in Deutschland für 2010. Diese beliefen sich auf 52 Milliarden Euro. „Es ist keine nachhaltige Politik, wenn umweltschädliche Produktions- und Konsumweisen erst mit Milliarden subventioniert werden und dann weitere Milliarden aus dem Haushalt bereitgestellt werden müssen, um Schäden an Umwelt und Gesundheit wieder halbwegs zu kompensieren“, sagt Maria Krautzberger vom Umweltbundesamt.

Von den 52 Milliarden gingen 24,2 Milliarden Euro auf den Verkehrssektor zurück. Für die Energiebereitstellung- und nutzung wurden 21,6 Milliarden Euro veranschlagt und für das Bau- und Wohnungswesen 5,9 Milliarden Euro.

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