Finanzhilfen nicht sicher: Fitch stuft sechs Landesbanken herab

Banken können sich aus Sicht der Ratingagentur Fitch künftig in einer Krise kaum noch auf staatliche Unterstützung verlassen. Aus diesem Grund senkte die Ratingagentur die Kreditwürdigkeit von zahlreichen Finanzinstituten. In Deutschland waren davon neben sechs Landesbanken auch die Commerzbank und die Deutsche Bank betroffen.

Die neuen EU-Regeln sehen vor, dass sich Banken zukünftig nicht mehr wie in der Finanzkrise auf staatliche Hilfe verlassen können. Aus diesem Grund hat die Ratingagentur Fitch am Mittwoch die Kreditwürdigkeit von vielen europäischen Finanzinstituten gesenkt. Vor allem deutsche und österreichische Banken waren von der Herabstufung betroffen.

„Die gesetzlichen, regulatorischen und politischen Initiativen haben die Wahrscheinlichkeit einer staatlichen Unterstützung für Geschäftsbanken in den USA, der Schweiz, der Europäischen Union und in Hongkong deutlich reduziert“, erklärte Fitch.

Die bisher gleichauf mit der Commerzbank eingestufte Deutsche Bank wird mit „A“ eine Stufe schlechter bewertet. In Anbetracht der Tatsache, dass die Deutsche Bank sich fünf Jahre für ihre neue Strategie Zeit nehme, bestehe  ein großes Risiko, dass die Hindernisse davon abhalten werden, ihre Ziele zu erreichen, so Fitch.

Wenn die Deutsche Bank in den nächsten ein bis zwei Jahren nicht entscheidend vorankomme, drohe ihr eine weitere Herabstufung. Eines ihrer größten Probleme sei die Erfüllung der Vorschriften für die Verschuldungsquote in den USA. Die Note der vor der Abspaltung stehenden Postbank ist nun eine Stufe schlechter als die der Deutschen Bank.

Bei der Commerzbank wurde die Kreditwürdigkeit noch schlechter bewertet als bei der Deutschen Bank. Das Rating der Commerzbank liegt nur mehr zwei Stufen über dem Ramsch-Niveau. Sollte es der Bank gelingen, ihre Rendite zu verbessern, könnte das Rating in den kommenden 12 bis 18 Monaten wieder angehoben werden, so die Ratingagentur. Hier hinke die Bank nämlich bisher der Konkurrenz hinterher.

Neben den privaten Banken traf die Herabstufung auch die deutschen Landesbanken BayernLB, LBBW, SaarLB, NordLB, BremerLB und HSH Nordbank. Zwar gehörten sie dem Staat und eine Staatshilfe sei noch möglich, so Fitch. Allerdings gebe es für Finanzhilfen dieser Art auch keine Garantie mehr.

Für die Münchner HypoVereinbank und die Aareal Bank senkte Fitch ebenfalls das Rating.

In Österreichs Finanzwelt traf es neben den Volksbanken auch Raiffeisen, Erste und Bank Austria.

In eineinhalb Monaten soll die Österreichische Volksbanken-Aktiengesellschaft (ÖVAG) in eine Bad Bank und einen Verbund aus den verbleibenden Instituten aufgespalten werden. Zwar weigern sich derzeit noch drei Volksbanken (Almtal, Gmünd/Kärnten, Westkärnten-Osttirol), dem Verbund beizutreten, aber der politische Druck ist hoch. Doch noch vor der Aufspaltung bestätigt die Ratingagentur Fitch mit ihrem Rating den miserablen Zustand der ÖVAG.

Die Ratingagentur stufte die Volksbanken um sieben Stufen auf Ramsch-Niveau herab. Es traf jedoch noch weitere österreichische Geldinstitute. Die Erste und die Bank Austria wurden jeweils um zwei Stufen auf BBB+ herabgestuft. Das Rating der Raiffeisen fiel von 1 auf BBB. Bei allen drei Instituten verweist Fitch auf das hohe Risiko in Osteuropa.

Wie in Deutschland traf die Herabstufung in Österreich aber auch staatliche Banken. Der Gemeindefinanzierer Kommunalkredit Austria und die Bad Bank KA Finanz rutschten auf BBB+.

Nach den seit 1. Januar geltenden Regeln zur Abwicklung von Banken in der EU sollen künftig zunächst die Eigentümer und Gläubiger der Institute herangezogen werden, um Verluste aufzufangen, der Staat soll nur noch im Extremfall zur Kasse gebeten werden. Der Fall der Heta/ Hypo ist ein aktuelles Beispiel für die neuen Regelungen.

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