G7: Wirtschaftsverbände fordern länderübergreifende Wachstumsstrategien

Die führenden Wirtschaftsverbände der G7-Länder haben sich anlässlich des G7-Gipfels auf ein gemeinsames Kommuniqué geeinigt. Damit wollen sie die Regierungen dazu bewegen, einheitliche Maßnahmen zu ergreifen. Nationale Sonderwege störten den Wettbewerb und belasteten einzelne Volkswirtschaften.

 

Die wichtigsten Wirtschaftsverbände der sieben führenden Industriestaaten warnen angesichts wachsender Unsicherheiten vor nationalen Alleingängen in zentralen Fragen wie der Klima- oder der Handelspolitik. „Auf diese globalen Herausforderungen müssen wir globale Antworten finden“, sagte am Mittwoch der Präsident des deutschen Industrieverbandes BDI, Ulrich Grillo, nach einem Treffen mit den Spitzen von Partnerverbänden aus den anderen G7-Ländern.

Immerhin betreiben die sieben Länder 35 Prozent des weltweiten Handels und erwirtschaften zusammen fast 46 Prozent des globalen BIPs. „Wir müssen uns einheitlich globale Ziele setzen.“ Nationale Sonderwege störten den Wettbewerb und belasteten einzelne Volkswirtschaften.

Die Wirtschaftsvertreter trafen sich anlässlich des G7-Gipfels unter deutscher Präsidentschaft am 7. Und 8. Juni im bayerischen Schloss Elmau. Sie vereinbarten einen Katalog mit Empfehlungen an die Staats- und Regierungschefs, den sie Kanzlerin Angela Merkel übergeben wollen. Darin mahnen die Verbände Strukturreformen, eine solide Haushaltspolitik und eine „realistische Investitions- und Wachstumsstrategie“ an.

Investitionshindernisse müssten abgebaut und Handelserleichterungen umgesetzt werden. Deshalb sollte die G7-Länder „mit gutem Beispiel vorangehen und das WTO-Abkommen über Handelserleichterungen zügig ratifizieren und umsetzen“, so Grillo. „Zudem verlangen wir, dass sich die G7 für einen baldigen Abschluss der Doha-Runde der WTO einsetzen“.

Ein wichtiger Aspekt ist nach den Worten des BDI-Präsidenten auch die Sicherung und Förderung nachhaltiger weltweiter Lieferketten für die Unternehmen. Dabei sei es Sache der Staaten, „wirksame Arbeitsinspektions- und Rechtssysteme“ zu schaffen.

Zudem solle die G7 die Regierungen von Schwellen- und Entwicklungsländern stärker in die Pflicht nehmen, höhere soziale und ökologische Standards zu setzen. Der G7 gehören neben Deutschland die USA, Kanada, Japan, Großbritannien, Frankreich und Italien an.

 

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  1. Matthes sagt:

    Diese bösen Regulierungen.
    Und dabei nimmt doch niemand das Wort TTIP in den Mund. Schade nur, dass Abbau von Investitionshindernissen und Einführung von Handelserleichterungen meistens zu Lasten der Verbraucher gehen. Aber eine Wachstumsstrategie hat eben mehr mit Unternehmensgewinnen als mit Verbraucherrechten zu tun.