Gesundheitliche Probleme: Hartmut Mehdorn verlässt SAP-Vorstand

Der ehemalige Bahn- und Berliner Flughafen-Chef Hartmut Mehdorn hat sein Amt als Aufsichtsrat des Softwarekonzerns SAP mit sofortiger Wirkung niedergelegt. Grund für den Rücktritt sei eine Erkrankung, über die Mehdorn jedoch keine weiteren Angaben machen wollte.

Chef Hartmut Mehdorn tritt von allen seinen Ämtern zurück. „Ich hatte ein gesundheitliches Problem, ich bin in Behandlung, aber auf dem Wege der Besserung“, sagte Mehdorn dem Tagesspiegel laut einer Vorabmeldung vom Mittwoch. An welcher Krankheit er leidet, sagte Mehdorn nicht. Sie sei für ihn aber überraschend gekommen. Man solle das Thema nicht dramatisieren. „Aber es wird für mich jetzt Zeit, in den Ruhestand zu gehen.“

Der langjährige Top-Manager trat von seinem Posten im SAP-Aufsichtsrat zurück und will nun auch sein letztes Mandat im Kontrollgremium bei einer Firma im Ausland niederlegen. Seine Zeit werde er künftig an seinen beiden Wohnsitzen in Berlin und Südfrankreich verbringen.

Der Rücktritt komme unerwartet, ergänzte Plattner. Doch gebe es bereits eine Kandidatin für das SAP-Kontrollgremium, die nun Mehdorn folgen könne. Die Designforscherin Gesche Joost von der Akademie der Künste in Berlin soll für den SAP-Aufsichtsrat gerichtlich bestellt werden. Die 1974 in Kiel geborene Professorin ist die offizielle Internetbotschafterin Deutschlands.

Damit dankt einer der bekanntesten deutschen Manager ab. Einer seiner letzten Jobs war es, den neuen Berliner Flughafen nach massiven Verspätungen und Kostensteigerungen wieder auf Kurs zu bringen. Doch der selbstbewusste Manager scheiterte und trat vorzeitig ab.

Die ersten 30 Jahre seines Berufsleben arbeitete Mehdorn als Ingenieur in der Luftfahrtbranche – bei der Deutschen Aerospace, Messerschmidt Bölkow-Blohm und Airbus. Später lenkte er den Druckmaschinenbauer Heidelberger Druck und die Bahn. Der Staatskonzern setzte ihn 2009 nach fast zehn Jahren an der Spitze wegen einer Datenaffäre vor die Türe. Bei seinem nächsten Job als Chef von Air Berlin blieb er glücklos, da er die schwer angeschlagene Fluglinie nicht auf Gewinne trimmen konnte.

 

 

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