Amazon verbucht deutsche Verkäufe nicht mehr in Luxemburg

Amazon versteuert seine Gewinne seit 1. Mai dieses Jahres in Deutschland. Die EU-Kommission untersucht, ob Steuer-Vereinbarungen großer Unternehmen mit einzelnen EU-Ländern den Wettbewerb verzerren. Konkret im Visier hatte sie unter anderem den Internethändler.

Der Internethändler Amazon verbucht einer Zeitung zufolge seine deutschen Verkäufe nicht mehr in Luxemburg, sondern in Deutschland. Wie die „Süddeutsche Zeitung“ (Sonntagausgabe) unter Berufung auf einen Sprecher des US-Unternehmens vorab berichtete, werden damit seit dem 1. Mai erstmals die Gewinne aus Deutschland auch hierzulande versteuert.

„Wir überprüfen regelmäßig unsere Firmenstrukturen, um sicherzustellen, dass wir unsere Kunden bestmöglich bedienen können“, zitierte das Blatt den Sprecher. Die EU-Kommission untersucht, ob Steuer-Vereinbarungen großer Unternehmen mit einzelnen EU-Ländern den Wettbewerb verzerren. Konkret im Visier hat sie die Übereinkünfte des iPhone-Herstellers Apple mit Irland, der Kaffeehauskette Starbucks mit den Niederlanden sowie Amazons und einer Sparte des italienischen Autoherstellers Fiat mit Luxemburg.

Bisher habe Amazon seine deutschen Verkäufe über die Konzerntochter Amazon EU S.à.r.l. in Luxemburg verbucht, der Konzern hatte dort ein Steuersparmodell aufgesetzt, so das Blatt weiter. Die EU-Kommission prüfe seit Herbst letzten Jahres, ob dieser Steuerdeal legal ist, da Amazon im Vergleich zu anderen Unternehmen in Luxemburg zu wenig Steuern gezahlt haben solle. Das bisherige Steuerabkommen mit der EU S.à.r.l. stamme aus dem Jahr 2003, heißt es weiter. Es habe fest gelegt, dass Amazon den Großteil seines Profits innerhalb der EU in Luxemburg verbuche, er dort aber nicht oder nur in sehr geringem Maße besteuert werde. Die Höhe der Nachlässe für den amerikanischen Onlinehändler in Luxemburg entsprächen nach bisheriger Einschätzung „möglicherweise nicht den Marktbedingungen“, habe die Kommission bereits im Oktober mitgeteilt. Denn im Vergleich zu anderen Unternehmen verschaffe sich Amazon womöglich einen wirtschaftlichen Vorteil.

Der Internethändler habe seine Geschäftspraxis nun auch in Großbritannien umgestellt. Ähnlich dem deutschen Modell verbuche der Konzern jetzt auch seine britischen Verkäufe seit 1. Mai über eine lokale Niederlassung.

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  1. ralph hirnrabe sagt:

    Hauptsache, amazon zahlt die Lizenzgebühren weiter an Luxemburg