EU erwägt Mindeststeuer für Firmen

Die EU-Kommission prüft die Einführung einer Mindestbesteuerung für Unternehmen. Damit würde die EU nun doch stärker in die nationalen Steuergesetze eingreifen. Im Zuge der Steuerreformen ist aber auch eine neue Besteuerung beim Crowdfunding im Gespräch.

Die Kommission erwäge, europaweit eine gemeinsame Untergrenze für die Körperschaftsteuer vorzuschreiben, berichtete das „Handelsblatt“ am Dienstag. Am Mittwoch wolle Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker mit seinen 27 Kommissaren über die künftige Unternehmenbesteuerung in Europa debattieren.

Dabei werde auch das Thema Mindeststeuer eine Rolle spielen. Die Körperschaftsteuer ist von Kapitalgesellschaften, wie Aktiengesellschaften und GmbHs, zu entrichten. „Deutschland und Frankreich verlangen einen Mindestschwellenwert. Darauf reagieren wir“, zitierte die Zeitung Kommissionskreise in Brüssel.

Bislang stand in der Debatte um die Firmenbesteuerung innerhalb der EU die Harmonisierung der Bemessungsgrundlage im Vordergrund. Eingriffe in die Steuersätze lehnen die meisten Mitgliedsländer ab.

Im Zuge der neuen Überlegungen zu Steuerreformen in der EU ist auch die Crowdfunding-Gemeinschaft ins Visier der EU-Kommissare gekommen. Beim Crowdfunding ist Methode der Geldbeschaffung für Unternehmen. Damit lassen sich Produkte, Projekte und Geschäftsideen umsetzen. Unternehmen ohne Startkapital können im Internet Investoren – meist Privatpersonen – anwerben. Seit 2014 befasst sich eine Expertengruppe der EU mit Möglichkeiten der Regulierung dieser erfolgreichen Finanzquelle.

Als kleines „Dankeschön“ erhalten Geldgeber von den Firmen, die das Crowdfuding nutzen, Gutscheine, Beteiligungen oder erste Ausführungen neuer Entwicklungen etc. Genau hier erwägt die EU eine Mehrwertsteuer einzuführen, so die FT. Dies könnte viele Start-ups, die diese Art der Finanzierung nutzen, vor große Herausforderungen stellen.

Christopher Schmitz von Ernst & Young geht von mehr als sieben Milliarden Euro aus, die über Online-Plattformen oder direkte Kredite von Privatinvestoren und Unternehmen an kleinere und junge Firmen vergeben werden.

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