Norwegen startet weltweit erste elektrische Fähre

150 kWh verbraucht die Norled-Fähre, so viel wie ein Standardhaushalt in drei Tagen. Lithium-Ionen- Batterien werden mit Strom aus Wasserkraft geladen. Die Fähre wird von zwei elektrischen Motoren Betrieben und wiegt nur die Hälfte der herkömmlichen Passagierfähren.

Zusammen mit dem Schiffbauer Fjellstrand hat Siemens die weltweit erste elektrische Fähre entwickelt: die Norled-Fähre. Sie ist die ersten von weiteren, die auf insgesamt 50 verschiedenen Strecken entlang Norwegens Küste eingesetzt werden. Auf dem Sognefjord transportiert die Fähre nun bis zu 360 Passagiere und 120 Autos zwischen Lavik und Oppedal.

Grundlage der Fähre sind zwei Motoren, die mit Lithium-Ionen- Batterien betrieben werden. Geladen werden die Batterien in knapp 10 Minuten mittels Strom aus den umliegenden Wasserkraftwerken. „Das macht den Strom günstiger als Diesel, zudem stößt das Schiff auch indirekt kein Gramm Kohlendioxid aus“, so  sagt Odd Moen von Siemens.

Insgesamt drei Batteriepakete gehören zur Fähre. Ein Batteriepaket befindet sich an Bord und jeweils eines in beiden Häfen. „Jedes Batteriepaket entspricht der Leistung von 1600 Standardautobatterien“, so Siemens. Neben den Batteriepaketen umfasst das von Siemens gelieferte elektrische Antriebssystem Blue Drive Plus C ein Steuersystem, ein Energiemanagementsystem, ein integriertes Warnsystem und Strahlruder- sowie Propellersteuerungen.

Der Verbrauch der Fähre soll bei rund zwei Millionen kWh im Jahr liegen. Herkömmliche Dieselfähren verbrauchen mindestens eine Million Liter Diesel. „Wir sind optimistisch und begeistert über diese Technologie und wie sie die Zukunft der umweltfreundlichen maritimen Technik und des Schiffbaus mitgestaltet“, sagt Mario Azar von Siemens. Mit 150 kWh pro gefahrener Route bietet das Batteriesystem der Fähre einer Ersparnis von 60 Prozent der Treibstoffkosten. Jeder der zwei Motoren verfügt über eine Leistung von 450 KWh. Die Fähre ist 80 Meter lang und 20 Meter breit. Für den Schiffsrumpf wurde statt Stahl leichtes Aluminium verwendet. Das reduzierte das Gewicht der Fähre um die Hälfte.

Die Fähre geht auf einem Wettbewerb vom norwegischen Verkehrsministerium der norwegischen Straßenverwaltungsbehörde im Jahr 2010  zurück. Die Region rund um den Fjord verfügt über ein schwaches Stromnetz. „Wenn wir nun kurzzeitig so viel Energie vom Mittelspannungsnetz in die Fähre pumpen, gehen in allen Häusern die Waschmaschinen aus – das wollten wir den Menschen natürlich nicht zumuten“, sagt Moen.

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