Deutscher Wirtschaft fehlen neue Gründer

2014 haben bei der Industrie- und Handelskammer so wenig angehende Unternehmer an Beratungsgesprächen teilgenommen wie noch nie zuvor. Die DIHK sieht einen zukünftigen Mangel an Unternehmern. Der demographische Wandel und die umfangreiche Bürokratie sind die größten Hürden.

Seit vier Jahren nimmt das Gründungsinteresse in Deutschland ab. Immer weniger potentielle Gründer nehmen an entsprechenden Gesprächen der IHK teil. Die IHK-Gründungsgespräche sanken 2014 um drei Prozent auf 227.703, so wenig wie noch nie, wie der aktuelle Gründerreport der DIHK zeigt.

Einen wichtigen Schritt zu mehr Unternehmensgründungen sieht der Gründungsreport dann auch im Abbau der Bürokratie. Eine vierteljährliche Umsatzsteuervoranmeldung für Existenzgründer, eine Erhöhung der Steuerlichen Kleinunternehmergrenze und eine Vereinfachung der Regelungen zur Künstlersozialkasse sind nur ein paar der Vorschläge der DIHK.

Tatsächlich bieten sich dem Report zufolge nämlich zukünftigen Gründern einige Chancen, vor allem im Bereich der Industrie 4.0. So begünstigen der technologische Fortschritt und die Outsourcing-Tendenzen der Industrieunternehmen eigentlich das Entstehen von wissensintensiven Start-ups. Und auch der demographische Wandel kann sich positiv auf zukünftige Unternehmer auswirken. Die IHK sieht vor allem im Bereich von Dienstleistungen im Pflege-, Wellness- und Medizinbereich Chancen bei der Konzentration auf eine alternde Bevölkerung.

Positiv bewertete der Report die Entwicklung der Zahl der Frauen und der Zahl der Gründer mit Migrationshintergrund. So lag der Anteil der Frauen bei den durchgeführten Gründungsgesprächen bei mittlerweile 44 Prozent. Allerdings zielten die Gespräche meist auf Selbstständigkeit im Nebenerwerb. Hier spielt die noch nicht ganz mögliche Vereinbarkeit von Familie und Beruf eine bedeutende Rolle.

Darüber hinaus verfüge mittlerweile jeder fünfte Gründer über einen Migrationshintergrund. „Desweiteren stellen Menschen aus dem Ausland, die hier ein Unternehmen betreiben, einen wichtigen Innovationsmotor dar, so der Gründungsreport. „ Sie bringen Kenntnisse aus anderen Ländern mit und helfen, Märkte leichter zu erschließen.“ Diese Entwicklung hin zu mehr Gründern mit Migrationshintergrund sollte der DIHK zufolge gefördert werden. Denn noch würden zu wenige dieser Gründer einen professionellen Rat außerhalb der Familie und des Bekanntenkreises suchen.

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