Konkurrenz aus China und Russland belasten Stahlindustrie

Die Stahlindustrie ist seit einigen Jahren von einer Überproduktion geprägt. In Europa und speziell in Deutschland zeigen sich nun aber immer deutlicher die Folgen der günstigen Konkurrenten aus China und Russland. Zumal auch eine EU-weite Verteuerung der CO2-Emissionen geplant ist. Die EU erwägt nun, den eigenen Markt vor den ausländischen Wettbewerbern zu schützen.

Im April dieses Jahres ist die Rohstahlproduktion  gegenüber dem Vorjahresmonat um 0,7 Prozent auf 135 Millionen Tonnen gesunken. Während die Produktion in China nur leicht um 0,7 Prozent nachgab, wurde in Europa die Stahlproduktion deutlich stärker zurückgefahren, berichtet die Worldsteel Association. Insgesamt 65 Länder umfasst die Statistik der Worldsteel Association.

Deutschland beispielsweise produzierte nur 3,6 Millionen Tonnen im April. Das entspricht einem Rückgang von 1,9 Prozent. Mit einer jährlichen Produktion von etwa 43 Millionen Tonnen ist Deutschland der größte Stahlhersteller der EU 28. Die Umsatzerlöse lagen 2014 bei 40,1 Milliarden Euro, 2013 waren es noch 41,8 Milliarden Euro.

In Italien verringerte sich die Produktion um 8,5 Prozent und in Frankreich um 9 Prozent. Im Gegensatz dazu stieg die Stahlproduktion etwa in der Türkei, Russland, Indien, Brasilien und Spanien. Damit einher ging auch die durchschnittliche Kapazitätsauslastung in den Unternehmen auf 72,5 Prozent deutlich zurück:  um 3,2 Prozent gegenüber März 2014.

In der EU werden insgesamt monatlich rund 14,4 Millionen Tonnen Stahl (170 Millionen Tonnen jährlich) produziert. Die EU ist hinter China der derzeit zweitgrößte Stahlproduzent der Welt. Und so macht der europäischen Stahlindustrie vor allem die Konkurrenz aus China und Russland zu schaffen. Die schwache Binnennachfrage und die Überkapazitäten in China haben die Exporte im vergangenen Jahr um 50 Prozent auf einen Rekordwert von 98,8 Millionen Tonnen gesteigert, so die FT. Zudem hat der schwache Rubel die russischen Stahlhersteller wettbewerbsfähiger gemacht.

Entsprechend versucht auch die Europäische Kommission, mit speziellen Maßnahmen die eigenen Unternehmen und Märkte zu schützen. Mitte Mai etwa hatte die EU-Kommission angekündigt, über vorübergehende Maßnahmen zur Bekämpfung von Anti-Dumping-Preisen zu beraten. Diesmal geht es vor allem um Stahlprodukte aus Russland und China. Im März kam es schon einmal zu Strafzöllen für Edelstahl aus China und Taiwan.

Neben der Konkurrenz aus China und Russland könnten die CO-2-Emission die europäischen Stahlunternehmen weiter unter Druck setzen. Derzeit wird über eine EU-weite Verteuerung der CO-2-Emissionen beraten. Das würde zum Beispiel für die deutschen Stahlunternehmen eine zusätzliche Belastung von mehr als einer Milliarde Euro bis zum Ende des nächsten Jahrzehnts bedeuten, so Hans Jürgen Kerkhoff, Präsident der WV Stahl.

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  1. Hans von Atzigen sagt:

    Tja beginnt wohl zu dämmern das, das mit
    der Grenzenlosen Globalisierung nicht das
    versprochene bringt.
    Mehr Wohlstand für möglichst viele Menschen
    auf dem Planeten.
    Frieden, kaum übersehbar schon gar nicht.
    Im Gegenteil da droht der Zusammenprall
    ganzer Blöcke mit verheerenden Folgen.
    Na ja war halt eine Arsenmischung
    aus Raubritter- Kapitalismus und
    Ideologisch verseuchtem, linkem,
    schönem Wunschleitbild.
    Die ganze ,,Übung, Experiment,,
    Ein fatal wirkender verantwortungsloser
    Griff ins Klo.
    Der Irrationalismus ,,feiert,, Uhrstände.
    Freundliche Grüsse