Gummifolie erzeugt Strom

Das Technologie-Unternehmen Ricoh hat zusammen mit der Universität von Tokio eine Gummifolie entwickelt, mit der sich Strom erzeugen lässt. Wird die Folie beispielsweise geknickt oder eingedrückt, gibt sie Strom ab.

Die neue Gummifolie von Ricoh ist äußerst flach. Über Druck und Vibration erzeugt sie elektrische Energie und kann so vielseitig eingesetzt werden. Die Grundlade der Gummifolie ist der Piezoeffekt. Das bezeichnet die Eigenschaft von Kristallen und Keramiken, durch mechanische Verformung wie zusammendrücken, knicken etc. ihre Ladung abzugeben. Bei elektrischen Feuerzeugen, elektrischen Waagen und auch Mikrofonen kommt der piezoelektrische Effekt bereits zum Einsatz.

Keramik hat oft den Nachteil, leicht zu zerbrechen und schwer zu sein. Es kann aber verhältnismäßig viel Strom erzeugen. Kristalle sind leicht und flexibel, der Energieoutput ist jedoch sehr viel geringer. Die Gummifolie hingegen vereine die jeweiligen Vorteile der beiden. Als dünnes Blatt sei sie flexibel und leicht, gleichzeitig aber widerstandsfähig und mit hohem Energieoutput, so das Unternehmen. Wie genau sich die Folie zusammensetzt, hat Ricoh nicht angegeben.

Die Gummisohle „erzeugt ein hohes Maß an Elektrizität und ist gleichzeitig so dünn und flexibel wie ein Blatt“, so das Unternehmen. Ziel sei es, die Gummifolie zukünftig  beispielsweise für die Ladung von Smartphones oder Smartwatches zu benutzen. Als Fußsohle im Schuh etwa könnte während des Laufens Strom erzeugt werden. Eingesetzt im Fußbodenbereich könnte aber auch im Haus Strom erzeugt werden.

Ein ähnliches Konzept verfolgt auch ein Fußballfeld in Rio de Janeiro. Laurence Kemball-Cook von Pavegen konstruierte zusammen mit Shell ein Fußballfeld, das durch die kinetische Energie der spielenden Kinder Strom für die Beleuchtung des Platzes erzeugt.

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