Zu riskant: Norwegens Staatsfonds soll Anteile an Kohle-Firmen abgeben

Der norwegische Staatsfonds könnte sich auf Druck des Parlaments von seinen milliardenschweren Beteiligungen an Kohle-Firmen wie RWE trennen. Bergbauunternehmen sind ebenfalls in der Diskussion. Bis zu 75 Unternehmen weltweit könnte diese Entscheidung treffen.

Norwegens Staatsfonds muss möglicher Weise bald von einigen Investitionen trennen. Am Mittwoch beschloss der Finanzausschuss des norwegischen Parlaments parteiübergreifend, dass der Fonds seine Beteiligung an Firmen abgeben solle, die mehr als 30 Prozent ihres Umsatzes aus Geschäften rund um die Kohle machen. „Investitionen in Kohle-Firmen stellen sowohl ein Risiko für das Klima als auch ein künftiges wirtschaftliches Risiko dar“, heißt es in der einstimmigen Erklärung des Ausschusses.

Die Vorgaben können sowohl Strom-Versorger mit Kohlekraftwerken als auch Bergbauunternehmen treffen. Das Parlament insgesamt muss der Regelung noch zustimmen. Wenn die geplanten Vorgaben für Investitionen in die klimaschädliche Kohle-Industrie in Kraft träten, müsse man sich aus 50 bis 75 Unternehmen zurückziehen, sagte Petter Johnsen, Chef-Anlage-Stratege des weltgrößten Fonds, am Donnerstag in Oslo.

Die Beteiligungen seien zwischen vier und fünf Milliarden Euro wert, sagte Johnsen. Der Fonds gehört mit jeweils um die zwei Prozent auch zu den größten Investoren der deutschen Versorger RWE und E.ON.

Die norwegische Minderheitsregierung hatte sich bisher gegen zu viele Vorgaben bei den Investitionen des Fonds gesperrt. Der Fonds, der sich aus den Gas- und Öl-Einnahmen des Landes speist, ist mehr als 800 Milliarden Euro schwer und hält über ein Prozent sämtlicher börsennotierter Firmen weltweit.

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