Wegfall der Milchquote: Österreichs Bauern suchen Glück in China

Mit dem Wegfall der Milchquote droht den müssen die europäischen Landwirte ihre Produktion selber drosseln, um fallenden Preisen in der EU entgegenzuwirken. In Österreich will man sich darauf jedoch nicht verlassen. Eine stärkere Fokussierung auf Bio-Milch-Erzeugnisse und Absatzmärkte wie China sollen die Antwort auf den Preisdruck sein.

Die Landwirtschaft kämpft seit Jahren mit fallenden Preisen für Milch. Doch zu groß sind der Druck der Discounter und die Produktion. Die zum Ende März ausgelaufene Milchquote erhöht den Druck auf die Landwirte. In Österreich lagen die Milchpreise im April dieses Jahres bei netto 31,50 Cent pro Kilogramm Berglandmilch und beispielsweise bei 31,80 Cent pro Kilogramm Gmunder Milch.

Allein im März waren die konventionellen Erzeugermilchpreise in Österreich im Vergleich zum Vorjahresmonat um 18,6 Prozent gesunken, im Februar um 17,32 Prozent. EU-weit gingen die Erzeugermilchpreise im Februar um 20,17 Prozent zurück. In Deutschland fielen die Preise sogar um 24,57 Prozent, so Agrarmarkt Austria. Um einem weiteren Abfall der Milchpreise in Folge der weggefallenen Milchquote entgegenzuwirken, setzt man in Österreich nun vermehrt auf Bioproduktion und forciert den Markt außerhalb der EU.

„Ziel ist es, die Milchwirtschaft wettbewerbsfähiger, noch professioneller und krisenfester zu machen“, sagte Landwirtschaftsminister Andrä Rupprechter anlässlich des Weltmilchtages. Mit einem hohen Bio-Anteil könne die heimische Milchwirtschaft einen Wettbewerbsvorteil erzielen. Damit begründet er auch das „Gentechnik-Anbauverbots-Rahmengesetz“, das bald in den Ministerrat eingebracht werden soll. Ads wird vor allem auch vom Binnenmarkt gut aufgenommen. Hier hat sich der Anteil von Bio-Milchprodukten seit 1998 im Schnitt verdoppelt.

Zudem habe sich das Ministerium zuletzt in China für die Milchprodukte aus Österreich eingesetzt. Entsprechend sollen Rupprechter zufolge künftig „deutlich mehr Käse und Milchprodukte nach China“ geliefert werden können. Für 24 Unternehmen hätten die chinesischen Behörden Exportzertifikate ausgebaut. Der Konsum von Käse- und Milchprodukten soll nach neuesten Prognosen in den kommenden Jahren um 50 Prozent steigen, so Agrarmarkt Austria.

Insgesamt hat sich der österreichische Export von Molkereiprodukten seit dem EU-Beitritt des Landes versechsfacht. Noch immer ist Deutschland der wichtigste Handelspartner Österreichs. Etwa ein Drittel aller österreichischen Exporte von Milch und Milchprodukten werden nach Deutschland exportiert. Und beim Käse ist sogar fast die Hälfte aller weltweiten Exporte. „Sehr gut entwickelt haben sich auch Exporte in Nicht-EU-Länder wie Libyen, Russland oder den Irak“, heißt es von Seiten Agrarmarkt Austria.

Kommentare

Schreiben Sie den ersten Kommentar zum Artikel

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.