USA: Siemens beschafft sich 7,75 Milliarden Dollar am Kapitalmarkt

Noch vor der Übernahme der US-Energietechnikfirma Dresser-Rand hat sich Siemens am Kapitalmarkt frisches Geld besorgt. Hierzu gab er Konzern mehrjährige Anleihen mit unterschiedlichen Laufzeiten aus.

Siemens hat sich am Donnerstag die Rekordsumme von 7,75 Milliarden Dollar am US-Kapitalmarkt besorgt. Bei seiner bislang größten Bond-Emission platzierte der Münchner Konzern mehrere Anleihen in den USA mit Laufzeiten von drei, fünf, sieben, zehn und 30 Jahren. Die Nachfrage der Investoren habe das ursprünglich geplante Emissionsvolumen von sieben Milliarden US-Dollar um das Zweieinhalbfache überstiegen, teilte Siemens am Donnerstag mit.

Die Verzinsung lag laut Konzernangaben bei der Preisfestsetzung 0,5 bis 1,4 Prozentpunkte über der Rendite vergleichbarer US-Staatsanleihen. Die Investorenbasis habe sich vor allem in den USA, wo das Unternehmen rund 18 Prozent seiner Umsätze erzielt, deutlich verbreitert.

In den USA hatte Siemens zuletzt vor neun Jahren Anleihen begeben. Ein Dollar-Bond im Jahr 2013 wurde nicht an Investoren in den USA verkauft. Mit dem Geld will Siemens vor allem die rund 7,6 Milliarden Dollar schwere Übernahme von Dresser-Rand finanzieren. Der Zukauf wäre der größte in der Geschichte des Münchner Unternehmens. Siemens will den Deal zügig über die Bühne bringen, um noch vom Schiefergasboom in den Vereinigten Staaten zu profitieren. Der Abschluss wird für Sommer erwartet. Die EU-Kommission wird den Kauf Insidern zufolge ohne Auflagen durchwinken.

„Theoretisch könnten wir unsere zuletzt angekündigten Akquisitionen auch aus unserem Bestand unserer liquiden Mittel bezahlen“, erläuterte Siemens-Finanzchef Ralf Thomas im Intranet mit Blick auf fast zehn Milliarden Euro in der Konzernkasse. „Das würde aber unsere Spielräume unnötig eingrenzen.“ Durch die Emission von Tranchen mit unterschiedlichen Laufzeiten verteilten sich die Rückzahlungsverpflichtungen jetzt über einen breiteren Zeitraum. „Gleichzeitig haben wir erreicht, dass Siemens ab dem Geschäftsjahr 2019 in jedem Jahr weniger als zwei Milliarden Euro Fremdkapital zurückzahlen muss.“

 

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