Deutschlands Maschinenbauer kämpfen mit sinkenden Aufträgen

Sowohl aus dem Inland als auch aus dem Ausland kamen im April deutlich weniger Aufträge bei den Maschinenbauern rein. Vor allem die Russland-Krise setzt die Maschinenbauer unter Druck. In der gesamten Industriebranche zeigt sich ein ähnlicher Trend. Hier sank im Mai die Produktion auf ein 5-Monats-Tief.

Während die Industrie in einigen Ländern in der EU deutlich an Fahrt gewinnt, muss die deutsche Industrie sich mit einer Wachstumspause auseinandersetzen. Wie der Verband der Deutscher Maschinen- und Anlagenbauer am Montag mitteilte sind die Auftragseingänge im April gesunken. Während die Inlandsbestellungen um drei Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat zurückgingen, sanken die Auslandsbestellungen im Vergleichszeitraum um zwei Prozent.

Die Erholung in einigen EU-Ländern führte zwar zu einer Zunahme der Bestellungen aus dem EU-Raum. Diese Zunahme konnte jedoch den Auftragsrückgang aus Nicht-EU-Ländern nicht abfedern. Allein in Russland gingen die Aufträge um 83 Prozent zurück. Insgesamt sanken die Bestellungen aus den Nicht-EU-Ländern um immerhin sieben Prozent. „Damit hat sich das Auf und Ab der Bestellungen aus den vorangegangenen Monaten fortgesetzt“, sagte VDMA-Chefvolkswirt Ralph Wiechers. Von Februar bis April hätten die Aufträge stagniert.

Neben dem Rückgang der Aufträge aus dem Nicht-EU-Ausland sind auch die Exporte teilweise eingebrochen. So sanken die Maschinenexporte nach Russland im ersten Quartal dieses Jahres um 28 Prozent gegenüber dem Vorjahr, so der VDMA. War Russland 2013 vor der Russland-Krise noch der viertgrößte Absatzmarkt für deutsche Maschinenbauer, rutschte das Land nun auf Rang 10 ab. 94 Prozent der 260 befragten Mitgliedsunternehmen des VDMA sind von der Russland-Krise betroffen. Viele Maschinenbauer fürchten durch die Russland-Krise den Markt an die Chinesen abgeben zu müssen.

Die schwierige Situation der Maschinen- und Anlagenbauern dürfte sich in den kommenden Monaten nicht wesentlich verbessern. Wie ein Blick auf den Einkaufsmanager-Index vom Mai zeigt, ist die Lage in der gesamten deutschen Industrie schwierig. So verlangsamte sich beispielsweise das Produktionswachstum gegenüber den vier Vormonaten „markant“ auf ein Fünf-Monats-Tief. Und auch der Gesamtauftragseingang für die deutsche Industrie und die Exportbestellungen wiesen nur geringe Zuwächse auf, so Markit. Insgesamt fiel der Einkaufsmanager-Index im Mai auf 51,1 Punkte. Im April waren es noch 52,1 Punkte. Zwar spricht man bei allem über der 50-Punkte-Grenze von Wachstum, doch der Trend zeigt, dass sich das Wachstum der deutschen Industrie abschwächt. „Zugleich verlangsamte sich der Beschäftigungsaufbau auf ein Schneckentempo, da die Hersteller angesichts der schwachen Nachfrage sich mit Neueinstellungen zunehmend zurückhielten“, so Oliver Kolodseike von Markit.

Neben den niedrigen Auftragseingängen und dem schwachen Wachstum in der Industrie insgesamt stehen die deutschen Maschinenbauer jedoch auch vor produktionsverändernden Prozessen und zunehmender Regulierung auf EU-Ebene. Entscheidend in den kommenden Jahren wird die Entwicklung im Bereich des 3D-Druckens sein. Die immer stärker an Fahrt aufnehmende Branche ist noch nicht annähernd in ihrer ganzen Bedeutung für die Industrie zu begreifen. Neben ganzen Häusern und Autos aus dem 3D-Drucker wird besonders der Markt für Ersatzteile neue Entwicklungen sehen.

Ein Markt, den die Maschinenbauer dem VDMA zufolge eher mitgestalten sollten, als ihn zu ignorieren. „Ich bin wie viele unserer Mitglieder fest davon überzeugt, dass die Technologie viele industrielle Wertschöpfungsketten grundlegend verändern wird“, sagt Rainer Gebhardt vom VDMA. „Wer sich jetzt nicht mit Additive Manufacturing befasst, läuft Gefahr, die darin liegenden Chancen zu verpassen und darin liegende Risiken zu übersehen.“ Schließlich sei das Spektrum der Anwendungen in der Industrie enorm.

Von Seiten der EU drohen indes neue Regularien. Demnach könnten auch die Maschinenbauer  einer Auskunftspflicht bei der Verwendung von Gold, Zinn, Tantal und Wolfram unterliegen. Ursprünglich sollte diese Pflicht nur die Schürf- und Importunternehmen betreffen. Das EU-Parlament hatte sich Ende Mai jedoch auch für eine Auskunftspflicht der verarbeitenden Unternehmen ausgesprochen. Dabei ginge es dem EU-Parlament zufolge um alle „nachgelagerten Industriezweige, also die ungefähr 880 000 potenziell betroffenen Unternehmen, die Zinn, Tantal, Wolfram und Gold für die Herstellung von Verbrauchsgütern verwenden“. Diese sollen demnach einer Informationspflicht darüber unterliegen, „wie sie in ihrer Lieferkette der betroffenen Mineralien und Metalle Risiken ermitteln und ihnen begegnen.“ Für kleinste, kleine und mittlere Unternehmen fordert das Parlament zur Umsetzung im Gegenzug zumindest technische und finanzielle Hilfen durch das  Programm für die Wettbewerbsfähigkeit von Unternehmen und für kleine und mittlere Unternehmen (COSME).

Kommentare

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  1. El Schwadrono sagt:

    Tja, so ist das nun mal.
    Auch wenn der DIHT es nicht wahrhaben will:

    Wie man in den Wald hineinruft, so schallt es heraus.
    Hätte man frühzeitig das Murksel in ihrem Größenwahn gebremst, müßte man heute
    nicht verlorenen ( auf Dauer ) Umsätzen nachheulen.

  2. Andy sagt:

    Gut so. Wo ist das Problem? Die Industrievertreter begrüßten die sanktionen gegen Russland, das Volk wählte und wählt die Parteien, die zum Krieg hetzen, also bekommen die Deutschen nur, was sie unbedingt haben wollen. Ist ja alternativlos.

  3. Jupp Hirsenkoetter sagt:

    Wenn man hier 1& 1 zusammenzaehlt, ist

    Merkel wohl das Dilemma !

    Ausspionieren unter Freunden
    BND/NSA cooperations
    Merkels -DREI-AFFEN-Position

    ja danach weiss Obama, der NS- & CI-A wohl zu viel ueber Angela Merkel!

    Fakt ist: ohne TItan-Legierungen aus Russland koennen in den USA nicht die vorgeplanten Stueckzahlen an Zivielen- und Militaerflugzeugen gebaut warden!
    Auch ein Stop von Nickel aus Rusland ist ein NO GO!

    die US Guys sind eben und bleiben Cowboys, Gambler und letzlich gute Bluffer…
    ..und lachen dann ueber die bloeden ehrlichen Deutschen, beim Longdrink oder Shot an den Bars der Country Clubs!
    Wer fair-play fordert, muss nicht zwingenderweise auch fair-handeln!
    Wir muessen noch viel lernen von unseren Freunden….
    aber dann nicht so wie Guttenberg oder Joschka Fischer in den Transatlantischen Dialog senden!

    z.B. die Wirtschaftliche -Baseball-Cap tiefer ins Business- Gesicht ziehen, damit nicht jeder Pitch=Deal gleich vorausgesehen warden kann!
    Aber wer kann das schon mit einem wie Jean Claude Juncker als Partner wagen? der ist ein Anti-Deutschland-Freund und wird es bleiben, auch wenn er unser Geld sehr willkommen heist!

  4. Jupp Hirsenkoetter sagt:

    DFL hoeren:
    Gestern wurde dort berichtet, dass die Wirtschaftsbeziehungen zwischen Russland & USA ungehindert gut weiterlaufen, auch nach den zumindest uns okroierten Sanktionen!

    DLF: 01.06.2015 Wirtschaft & Gesellschaft!

    und:

    EU irritiert über Sanktionen: USA bauen Handel mit Russland aus

    Deutsche Wirtschafts Nachrichten | Veröffentlicht: 30.12.14 01:43 Uhr | 183 Kommentare

    Die EU-Außenbeauftragte Federica Mogherini empfindet Unbehagen über die Sanktionen gegen Russland: Während die EU Verluste zu verzeichnen hat, nimmt der Handel zwischen den USA und Russland zu. Die EU will nun Russland wieder stärker in die Weltpolitik einbinden.

  5. Hans von Atzigen sagt:

    Das unverrückbar Fundamental entscheidende haben offenbar
    nur sehr wenige begriffen.
    Der Planet Erde ist nicht nur Versorgung‘ s sondern auch
    Markt und Kapitaltechnisch unabwendbar zur Autarkie verdammt.
    Der Fall China war der letzte der mit dem Rezept Expansion,
    aufsteigen konnte.
    Da ist längst eine neue Phase am anlaufen.
    Zu den kurz und mittelfristigen ,,Gewinner‘ n,, werden diejenigen
    die, die die kleineren Verluste verbuchen müssen.
    Dazu gehört ohne Zweifel der Zweckblock China- Russland.
    Das dieser Block auch noch erhebliche Teile der
    übrigen Märkte absorbiert verstärkt diesen Trend.
    Dem sog. Westen bleiben zunehmend nur noch
    faktische Schrott- Absatzmärkte, deren Kaufkraft sich
    aus der faktisch reinen Irren Geldschöpfung speist.
    Darunter ganze Regionen wie der Islamische Raum
    in denen nicht einmal mehr die Geldschöpfung,
    befristet wirkt.
    Offensicht hat sich innzwischen Russland fundamental,
    Umorientiert.
    Man kann davon ausgehen das der Russische Absatzmarkt
    für den Westen im wesentlichen verloren ist.
    Grundsätzlich müsste besonders die Wirtschaft wissen,
    das man die Grundrichtung NICHT im Tages und
    Jahresrytmus umstellen kann. Kapitaleinsatz,
    Planung und Strukturelle Ausrichtung.
    Tja die Sache ist im wesentlichen gegessen.
    Da können sich so einiges an Unternehmen im Westen, ihre
    Ambitionen, Hoffnungen, Träume, glatt abschminken.
    Freundliche Grüsse.

  6. Rudolf Steinmetz sagt:

    Na sowas! Man muss doch Opfer bringen? Nur für wen und für was nur?
    HIER steht es schwarz auf weiss: US-Firmen profitieren von EU-Sanktionen gegen Moskau: http://www.finanznachrichten.de/nachrichten-2015-05/33886571-bericht-us-firmen-profitieren-von-eu-sanktionen-gegen-moskau-003.htm
    EIN SCHELM, der Böses dabei sich denkt, oder?
    UND MERKEL? Hat wohl noch keine Zeitung gelesen, wenn überhaupt.

    • Hans von Atzigen sagt:

      Grins.
      Natürlich lesen die Politiker und deren Berater Zeitung.
      Nur eben sehr wenig Fundiert substanzielles.
      Dafür fehlt denen ganz Simpel die Zeit auch für die
      hat der Tag nur 24 Stunden.
      Die Medien greifen sich etwas heraus und machen
      ein nicht selten fast gleichgeschaltetes Mordsgeschrei.
      Die Lobbyisten kochen ihr eigenes Süppchen dazu.
      Daraus ergibt sich eine Irre Gemengelage.
      Tja Irrenhaus pur.
      Da fehlt längst ein Fundiertes, wenigstens
      im Grobraster Schlüssig Fundiertes,
      Grobraster Leitbild.
      Am Ende bleiben absehbar nur noch Verlierer.
      Die einen mehr die Anderen weniger.
      Das wird zum bitteren ,,Ende,,
      Heftig, verdammt heftig.
      Freundliche Grüsse