Juncker fordert Abschaffung der nationalen IT-Märkte

Noch immer sei das Potential der digitalen Welt in vielen europäischen Unternehmen nicht erkannt worden, kritisiert EU-Kommissionschef Juncker. Deshalb müssten die Europäer weg von ihren nationalen digitalen Binnenmärkten hin zu einem europäischen. Deutschland und Frankreich sollen hier eine Vorreiterrolle einnehmen.

Die Digitalisierung der Wirtschaft bzw. der Unternehmen gerät immer stärker in den Fokus. Neben neuen Start-ups aus der digitalen Welt heraus sind aber auch die Unternehmen Teil der Diskussion. Es zeigt sich, dass bei vielen Firmen noch ein immenser Nachholbdedarf besteht, wenn es um die Nutzung des digitalen Potentials geht. „Nur 1,7 Prozent der europäischen Unternehmen sind in Sachen hochentwickelte digitale Technologie unterwegs“, sagte EU-Kommissionschef Jean-Claude Juncker am Montag in Berlin. 41 Prozent der europäischen Unternehmen seien noch überhaupt nicht unterwegs, wenn es um die digitale Spitzentechnologie geht. „Wir müssen sie auf den Weg bringen.“

Juncker zufolge geht es dabei um immense Wachstumsmärkte, die durch einen gemeinsamen europäischen IT-Markt noch gestärkt werden könnten. „Die digitale Revolution ist in ihrer Wucht vergleichbar mit der ersten industriellen Revolution und wir müssen uns mit Engagement, mit Mut, auch mit Herzensmut, an die Schaffung des einheitlichen europäischen digitalen Binnenmarktes machen.“

Allein der Big-Data-Sektor wachse jährlich um 40 Prozent – sieben Mal so schnell wie die IT, so Juncker. Ein gemeinsamer europäischer Binnenmarkt könnte der europäischen Wirtschaft Berechnungen zufolge ein zusätzliches Wachstum von 415 Milliarden Euro bescheren.  Doch ein gemeinsamer Binnenmarkt heißt dann auch, „dass wir die nationalen Silos dem Zugriff exklusiv nationaler Politik entziehen müssen“, so Juncker. „Dies im Einverständnis mit jedem.“

Ab Ende des Jahres wird gesetzgeberisch von der EU-Kommission einiges vorangebracht werden. „Dafür braucht es natürlich einen starken französisch-deutschen Motor und andere Politikbereiche: den Investitionsplan, die Kapitalmarkt-Union sind flankierende Maßnahmen, die dem digitalen Binnenmarkt auf die Sprünge helfen sollen.“

Kommentare

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  1. Matthes sagt:

    Hin zur EU?
    Als ob die was von IT-Märkten verstünden. Diese Laienprediger. Muss man sich nicht auch noch von Brüssel kaputtmachen lassen!

  2. Andi sagt:

    Würdet Ihr endlich mal Anfangen in der EU jungen inovativen Unternehmen und eine echte staatliche Förderungen anbieten und nicht nur beschissene KFW-Kredite vermitteln, dann würde hier einiges passieren – Nein Ihr wartet erstmal Jahrzehnte bei Regulierungen im Bereich Wettbewerbsverzerrung (Google) bis junge innovative europäische Unternehmen im die Pleite gedrängt werden damit sich in schweren Zeiten große amerikanische IT-Firmen günstig in Europa einkaufen können.

    Ps: Der Fachkräftemangel ist für eine digitales Europa auch nur auf dem Versagen wie auf so vielen anderen Ebenen Euch zuzuschreiben.

    Falls es ein junges deutsches Unternehmen dann doch was alleine auf die Beine stellt, werden Innovationen gleich noch über unsere eigenen Nachrichtendienste abgefischt und mit freundlichen Grüßen ins Ausland gesendet. Anhören darf man sich dann auch noch von der Arroganz aus Übersee, das die Besser wären! Besser sind die nur im Einkauf auf politischer Ebene hier – das muss man zugeben!

    Mal ein paar Tipps für Sie Herr Junker
    – Abschreibung der Homepage als Betriebsausgabe (Könnte helfen das Firmen und Betriebe hier mehr Geld investieren)
    – Echte staatliche Förderung für Startups und bestehende Unternehmen (Nicht nur Uniforschung es gibt auch andere)
    – Steuererleichterung
    – einfachere/schnellere steuerliche Abschreibungen
    – Mehr Computerkurse bereits in den Schulen
    – Nicht nur quatschen

    Geld ist ja genügend da, wenn man mal etwas bei den ganzen europäisch finanzierten Fehlbauten sparrt die irgendwo ungenutzt herum stehen!

  3. Matthes sagt:

    Der Herr würde gerne Aufgaben und Verantwortung bei der EU zentralisieren. Aber wer wird so dumm sein, diesen unfähigen Erokraten Verantwortung zu übertragen?

  4. Kitty sagt:

    Unglaublich. Diese EU-Politiker fahren komplett Europa an die Wand und sind immer noch so arrogant, selbständigen Unternehmern die IT-Welt zu erklären.

    Hochmut kommt vor dem Fall. Dummerweise zahlen die einfachen Menschen dafür die Zeche.

  5. Hans von Atzigen sagt:

    Was, Der, wieder Drauflosschwadroniert.
    Den ,,Absatzmarkt,, Griechenland und eine
    ganze reihe Weiterer kann sich der glatt
    in den Allerwertesten.
    Die Zahl derjenigen die in Richtung
    Existenzminimum driftet wächst rasant.
    Wenn die nur noch die Wahl zwischen
    Fressen und IT haben ??? Da werden sich die meisten
    fürs Fressen entscheiden. Grins.

    Ausser eine Ideologieblase im Kopf, scheint ist da nichts.
    Ökonomie- Perpetuum- Mobile ???
    Das sollte sich der gleich abschminken.
    DAS funktioniert nie und nimmer.
    Glatt vergessen.

    Freundliche Grüsse