Leben in der EU: Österreicher sind zufriedener als Deutsche

Die Europäische Kommission hat sich mit der Frage nach der Zufriedenheit ihrer Bürger beschäftigt. Dabei spielten neben persönlichen Beziehungen auch die finanzielle Situation, der Arbeitsplatz und die Wohnverhältnisse eine Rolle. Die Deutschen sind demnach ganz zufrieden. Aber die Österreicher, die Schweizer und viele andere Nationen sind deutlich zufriedener.

Die Entwicklung des wirtschaftlichen Wachstums und die Schulden eines Landes sind keine ausreichenden Indikatoren für die Messung der Zufriedenheit in der Bevölkerung. Das dachte sich auch die EU-Kommission und hat Eurostat beauftragt, das Wohlbefinden der europäischen Nationen genauer unter die Lupe zu nehmen. „Ziel ist es, die Aspekte zu beleuchten, die sich auf die Lebensqualität auswirken könnten – vom Bildungsstand über den Erwerbsstatus und Gesundheitszustand bis hin zur familiären und finanziellen Situation“, so Walter Radermacher von Eurostat.

Für die Messung der Zufriedenheit gab es dementsprechend mehrere Indikatoren: Persönliche Beziehungen, Wohnverhältnisse, Fahrtzeit zum Arbeitsplatz, Lebensumfeld, Grün- und Erholungsflächen, Arbeitsplatz, Zeitverwendung, Finanzielle Situation. Die Erhebung zeigt, dass in den verschiedenen EU-Nationen, einschließlich Schweiz, Norwegen und Island, die größte Zufriedenheit bei den persönlichen Beziehungen zu finden ist. Auf einer Skala von 0 bis 10 kommt Deutschland hier auf einen Wert von 7,8. Zum Vergleich: Österreich erreicht einen Wert von 8,5, die Schweiz 8,7 und Irland sogar 8,6.

Auch mit Blick auf die finanzielle Situation und die Wohnverhältnisse schneidet Österreich deutlich besser ab. Insgesamt erreicht Österreich in den Erhebungen bei der Lebenszufriedenheit 7,8 Punkte, Deutschland nur 7,3. Damit liegt es nur knapp über dem EU-Schnitt  und beispielsweise gleichauf mit den polnischen Nachbarn.

„Das umfassende Bild, das die neuen Daten liefern, kann dazu beitragen, eine besser auf die Menschen zugeschnittene Politik zu entwickeln und die Lebenszufriedenheit der Europäer erhöhen“, sagte EU-Sozialkommissarin Marianne Thyssen.

Kommentare

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  1. hugin sagt:

    ÖSTERREICHER SIND NICHT SO ZUFRIEDEN WIE EUROSTAT VORGIBT
    Die Wahlen in der Steiermark am 31.Mai brachten einen Erdrutschsieg der rechten FPÖ.
    Die Bevölkerung ist unzufrieden mit den selbsternannten „Reform-Partnern“.
    Zwangs-Fusionen von Gemeinden, eine „Steuerreform“ die den Namen nicht verdient, wüste Beschimpfungen von Landeshauptmann Voves gegen die FPÖ, Rücktrittsdrohung bei einem Wahlergebnis unter 30% und Anderes. Trotz der vernichtenden Niederlage wollen die „Reformpartner“ die Arbeit fortsetzen.

  2. Klaus sagt:

    „Die Deutschen sind demnach ganz zufrieden.“

    So lange der BRD-Bürger noch einen findet, dem es noch schlechter geht,
    ist er ganz zufrieden.

  3. Matthes sagt:

    Deutschland muss ja auch die EU bezahlen.
    So meinen wenigstens unsere Politiker. Aufgrund unserer „Historischen Verantwortung“. Und so meint das wohl auch die EU. Obwohl der deutsche Steuerzahler nie danach gefragt wurde, wie er dazu steht!