Regierung plant neue Förderung für Elektroautos

Eine Parlamentariergruppe der großen Koalition hat in einem Schreiben an Finanzminister Schäuble eine zusätzliche Förderung von Elektroautos gefordert. Unter anderem sollen die Abschreibebedingungen verbessert werden.

Angesichts des schleppenden Verkaufs von Elektroautos hat eine Parlamentariergruppe der großen Koalition mehr Kaufanreize gefördert. Dabei käme eine steuerliche Förderung von Elektrofahrzeugen für Dienstwagenflotten infrage, schrieben 14 Verkehrs-, Umwelt- und Wirtschaftsexperten an Finanzminister Wolfgang Schäuble. Ein Sprecher des Ministeriums verwies am Dienstag darauf, dass eine solche Förderung geprüft werde, so Reuters. Dabei müssten aber neben dem Bund auch die Länder die Einnahmeausfälle bei verbesserten Abschreibebedingungen mittragen. Unter ihnen gebe es dafür aber noch keine Verständigung.

Zuvor hatte das Handelsblatt mit Vereis auf Regierungskreise über ein mögliches Milliardenpaket der Bundesregierung für Elektroautos berichtet. Dabei war die Rede von drei Milliarden Euro bis 2020. Beim Kauf gewerblich genutzter Fahrzeuge soll es eine Sonderabschreibung von 50 Prozent im ersten Jahr geben. Zusätzlich könnte es noch extra Forschungsgeld und Hilfen zum Bau von Ladesäulen geben. Hintergrund seien die schleppenden Verkaufszahlen von Elektroautos.

Die Parlamentarier, etwa der Wirtschaftsexperte Joachim Pfeiffer (CDU) und die Verkehrsexpertin Kirsten Lühmann (SPD), kalkulieren im ersten Jahr der Abschreibung mit Kosten von etwa 200 Millionen Euro für den Bund.

Die geringe Reichweite, der hohe Preis und zu wenig Lademöglichkeiten gelten als größte Hemmnisse für eine steigende Nachfrage nach Elektroautos, deren Zahl die Bundesregierung zur Förderung des Klimaschutzes bis 2020 auf eine Million erhöhen will. Derzeit sind gut 100.000 Fahrzeuge mit elektrischem Antrieb auf den Straßen.

Im vergangenen Jahr kamen in Deutschland 6.051 Elektro-Pkw neu auf die Straßen, so das Kraftfahrt-Bundesamt. Immerhin 26.348 Hybrid-Autos wurden neu registriert. Nur 1,6 Prozent aller Neuzulassungen fahren also mit alternativen Antrieben. Bereits im Januar hatte auch die EU angekündigt, den Markt für Elektroautos zu fördern. Dabei ging es vor allem um den Ausbau entsprechender Tankstellen.

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