Mittelständler kommen leichter an Kredite

Der Zugang des europäischen Mittelstands zu Krediten hat sich wieder gebessert. Während das Zinsniveau sogar sank, erhöhten sich jedoch oft die Sicherheitsanforderungen für die Kreditvergabe. Die Unternehmen profitieren diesbezüglich von der Geldflut der EZB und von gesunkenen Energiepreisen.

In dem Zeitraum von Oktober des vergangenen Jahres bis März 2015 hat sich die Lage der kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) hinsichtlich notwendiger Kredite verbessert. Dies zeigen die Ergebnisse der aktuellen Umfrage der Europäischen Zentralbank unter 11.720 Unternehmen. Gefragt nach den aktuellen Herausforderungen gaben die europäischen KMUs an, dass der Zugang zu Finanzmitteln derzeit ihr geringstes Problem darstelle. Nur für elf Prozent der befragten Unternehmen, war der Zugang zu Finanzmitteln das schwerwiegendste Problem.

Allerdings gab es hier deutliche länderspezifische Unterschiede. So sagten von den deutschen und österreichischen KMUs nur sieben Prozent den Zugang zu Geld als wichtigstes Problem an. Bei den griechischen Unternehmen waren es jedoch 34 Prozent sowie bei den irischen und niederländischen jeweils 15 Prozent. Und „erstmals seit 2009 meldeten sie per saldo eine verbesserte Verfügbarkeit von Bankkrediten“, so die EZB.

Neben der Entspannung bei der Verfügbarkeit von Finanzmitteln hat sich in den vergangenen Monaten auch etwas bei den Voraussetzungen zur Kreditaufnahme verändert. Demnach sei den KMUs zufolge das Zinsniveau rückläufig. Gleichzeitig stiegen das Volumen und die Laufzeiten bei Bank- und Überziehungskrediten. Auf der anderen Seite haben sich die Sicherheitsanforderungen hinsichtlich neuer Kredite verschärft. Von den 30 % der KMU, die im Umfragezeitraum einen Kredit beantragt hatten, erhielten immerhin 64 Prozent tatsächlich den gewünschten Darlehensbetrag in voller Höhe. Acht Prozenterhielten eine Absage.

Nachdem sich für viele Mittelständler die Finanzierungsmöglichkeiten demnach verbessert haben, stehen die KMUs aber vor anderen Herausforderungen. 47 Prozent der befragten Unternehmen berichten  von hohen aber stabilen Arbeitskosten, wobei bei den kleinen Firmen die Arbeitskosten sogar leicht stiegen. Darüber hinaus gaben immerhin 26 Prozent der Mittelständler an, dass ihr Hauptproblem die Suche nach Kunden sei. In der vorherigen Umfrage waren es nur 20 Prozent.

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