Ägypten: Siemens schließt Megadeal für Bau von Kraftwerken

Siemens wird in Ägypten drei Gaskraftwerke und zwölf Windparks im Gesamtvolumen von acht Milliarden Euro bauen. Der Auftrag wurde in Anwesenheit von Wirtschaftsminister Gabriel in Berlin geschlossen. Damit soll die Energieerzeugung in Ägypten deutlich erhöht werden.

Der Besuch des ägyptischen Präsidenten in Berlin sorgte für einige Aufregung: Neben zwei Protestparteien vor dem Schloss Bellevue von Bundespräsiden Gauck, kam es bei einer Presseveranstaltung von Angela Merkel und dem Präsidenten Abdel Fattah El-Sisi fast zu einem Eklat. Und auch in wirtschaftlicher Hinsicht kam es am Mittwoch zu einem ungewöhnlichen Auftritt.

Der Technologiekonzern Siemens hat einen Aufträge mit Ägypten im Wert von acht Milliarden Euro unterschrieben, wie der Konzern mitteilte: „Gegenstand der Vereinbarungen ist der Ausbau der Energieerzeugung um mehr als 50 Prozent im Vergleich zur aktuell installierten Kapazität.“

Die Aufträge umfassen unter anderem den Bau von 12 Windparks mit 600 Windkraftanlagen und deren Rotoren. Diese sollen am Golf von Suez und in der westlichen Nilregion entstehen. Dafür werde man in der Region Ain Soukhna eine Rotorblattfertigung gebaut werden. Ab Mitte 217 soll die Fertigung ihren Betrieb aufnehmen.

Drei Gaskraftwerke mit einer Kapazität von je 4,8 Gigawatt sollen ebenfalls dabei helfen, die Energieerzeugung in Ägypten um 50 Prozent zu erhöhen. Siemens zufolge handelt es sich um „größten Einzelauftrag für Siemens aller Zeiten“. Die drei Kraftwerke namens Beni Suef, Burullus und New Capital werden mit je acht Siemens H-Klasse-Gasturbinen ausgestattet werden. „Nach ihrer Fertigstellung werden die drei Kraftwerke die größten der Welt sein.“

16,4 Gigawatt sollen zusätzlich dem nationalen Stromnetz zugeführt werden. „Die zusätzlichen Kapazitäten unterstützen die schnelle wirtschaftliche Entwicklung des Landes und decken den steigenden Strombedarf der rasch wachsenden Bevölkerung“, so der Konzern.

Bei der Unterzeichnung der Aufträge waren auch der ägyptische Präsident Abdel Fattah El-Sisi und der deutsche Vizekanzler Sigmar Gabriel anwesend. „Durch den Einsatz hoch effizienter erdgasbefeuerter Kraftwerke und Technologien zur Nutzung erneuerbarer Energien werden wir einen bezahlbaren, zuverlässigen und nachhaltigen Energiemix für die Zukunft des Landes schaffen“, sagte Joe Kaeser, Vorstandsvorsitzender der Siemens AG. Das ägyptische Volk könne sich auf Siemens verlassen. „Das war schon vor über 150 Jahren so, als Siemens erstmalig in Ägypten tätig wurde, und dieses Engagement bekräftigen wir heute noch einmal anlässlich der Unterzeichnung dieser historischen Verträge.“

 

Kommentare

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  1. Rudolf Steinmetz sagt:

    Die dümmsten Bauern haben öfters die dicksten Kartoffeln.

  2. Rudolf Steinmetz sagt:

    Das ändert nichts an der Siemens-Krise, siehe „Das Unternehmen kommt nicht zur Ruhe: Konzernchef Joe Kaeser streicht erneut Tausende Stellen, auch in Deutschland. Doch ist Sparen der Weg zu mehr Gewinn und Wachstum?“: http://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/siemens-willkommen-in-der-realitaet-1.2469054
    UND WENN JOE KAESER Pech hat, dann wird ihm der ICE-Effekt diesen Auftrag vermasseln, d.h. Lieferuntreue wegen pensioniertem Kniw-how.