Merkel: Industrie muss in Big Data-Technologie investieren

Deutsche und europäische Unternehmen hinken bei der Anwendung von Big Data den USA hinterher. Die Industrie dürfe nicht zum Daten-Zulieferer für die USA werden, so Bundeskanzlerin Angela Merkel. Merkel verteidigte auch die Vorratsdatenspeicherung: So ein Gesetz bringe Sicherheit.

Bundeskanzlerin Angela Merkel hat davor gewarnt, dass die deutsche Industrie zum Zulieferer für amerikanische IT-Konzerne herabsinken könnte. Deutsche Unternehmen dürften angesichts der rasanten Digitalisierung die Auswertung von Daten nicht nur großen amerikanischen Firmen überlassen, die über die Nutzung von Kundendaten zu Produzenten würden, sagte Merkel am Freitag auf dem Evangelischen Kirchentag in Stuttgart. In einer Diskussion über die Folgen der Digitalisierung warb sie dafür, dass Europa und Deutschland schnell die Basis für eine eigene Nutzung von „Big Data“ schaffen müssten, um selbst Kundenwünsche besser analysieren zu können. Europa habe bisher aber keine Unternehmen wie Google, Apple oder Facebook.

Merkel bezeichnete es nach jüngsten Hacker-Angriffen auf den Bundestag und Unternehmen als offene Frage, ob man nicht auch Fähigkeiten zu Cyberangriffen entwickeln müsse, um zu wissen, was Angreifer alles können. Den Gesetzentwurf der großen Koalition zur Vorratsdatenspeicherung verteidigte sie gegen Kritik. Es könne nicht sein, dass Bürger Unternehmen alle möglichen Daten zur Verfügung stellten, aber Staaten bei mutmaßlichen Terroristen nach Anschlägen nicht einmal mit richterlicher Zustimmung für einige Wochen Kommunikationsdaten auswerten dürften. „Ich würde mich sicherer fühlen, wenn wir ein solches Gesetz haben“, sagte sie.

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