Arbeitskosten steigen schneller als in der EU

In den ersten drei Monaten des Jahres sind die Arbeitskosten gegenüber dem Vorjahr deutlich schneller angestiegen als in den Quartalen zuvor. Damit wuchsen die Arbeitskosten in Deutschland stärker als der EU-Durchschnitt.

Ein Standortnachteil, der von vielen Mittelständlern oft angegeben wird, sind die hohen Arbeitskosten in Deutschland. Wie die neuesten Daten des Statistischen Bundesamtes zeigen, sind diese nun im ersten Quartal 2015 noch einmal deutlich gestiegen.

Gegenüber dem Vorjahreszeitraum erhöhten sie sich um 3,2 Prozent. Genauer: Die Bruttoverdienste stiegen kalenderbereinigt um 2,9 Prozent und die Lohnnebenkosten sogar um 4,3 Prozent. Der Anstieg der Arbeitskosten um 3,2 Prozent, ist das der größte Anstieg seit dem 1. Quartal 2013. Damals erhöhten sich die Kosten um 3,9 Prozent. Im Vergleich zum Vorquartal erhöhten sich die Brutto- und Lohnnebenkosten um insgesamt 1,1 Prozent.

Ein Blick auf die Nachbarländer zeigt, dass die Arbeitskosten in Deutschland im ersten Quartal schneller gestiegen sind als der EU-Durchschnitt, der bei 1,4 Prozent lag. In Frankreich, Italien und Finnland beispielsweise sind die Arbeitskosten deutlich weniger stark gestiegen. Rückläufig waren sie zum Beispiel sogar in Portugal, Zypern, Kroatien und Griechenland. In etlichen EU-Ländern, wie der Slowakei, Estland, Österreich und Rumänien sind die Arbeitskosten hingegen schneller angestiegen.

„Der Kostenanstieg ist angesichts der kaum vorhandenen Inflation recht hoch“, sagte Christoph Schröder vom Instituts der deutschen Wirtschaft Köln (IW), Christoph Schröder. Damit zeichne sich ab, dass die Lohnstückkosten 2015 bereits das vierte Jahr in Folge steigen werden. Bereits im vergangenen Jahr hätten sie um 13 Prozent über dem Niveau von 2007gelegen. „Die Tarifpartner müssen aufpassen, die Wettbewerbsfähigkeit nicht aus den Augen zu verlieren“, so Schröder.

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