Holzindustrie drosselt Produktion

Im vergangenen Jahr sind die Exporte der österreichischen Holzindustrie merklich zurückgegangen. Die Betriebe verringerten ihre Produktion und auch der Import von Holz fiel niedriger aus als im Jahr zuvor.

Der Holzindustrie kommt in Österreich eine große Bedeutung zu. Nicht nur, dass die Baukultur mit Holz seit zehn Jahren wieder auflebt, auch als Exportgut ist Holz für Österreich wichtig. Fast 1.400 Betriebe werden in der Holzindustrie gezählt, allein 950 davon sind Sägewerke. Viele kleine und mittlere Unternehmen bestimmen die Geschehnisse der Branche. Umso stärker wiegen die aktuellen Zahlen der Holzindustrie.

So ging das Produktionsvolumen 2014 um 5,2 Prozent auf 7,08 Milliarden Euro zurück, wie die Österreichische Holzindustrie auf ihrer Jahrespressekonferenz bekannt gab. 2013 war die Produktion bereits um 1,1 Prozent und 2012 um 1 Prozent zurückgegangen. Die Exportquote ging ebenfalls zurück: Sie lag bei 65 Prozent und damit 1,5 Prozent unter dem Vorjahresergebnis. Vor allem Nadelschnittholz, Leimholz, Holzwerkstoffe (Platten) und Ski werden exportiert.

Immerhin 74,4 Prozent davon finden ihren Weg in die EU, wobei Deutschland und Italien die Hauptabnehmer sind. Nur etwas mehr als ein Viertel geht in die Entwicklungsländer, nach Japan, in die USA oder in andere europäische Länder.

Die rückläufige Produktion ist aber auch der geringeren Binnennachfrage geschuldet. Die Importe von Holz gaben ebenfalls nach. „Insgesamt wurden Produkte im Wert von 3,67 Milliarden Euro eingeführt (-2,6 %). Und auch hier ist die Europäische Union der wichtigste Handelspartner der Holzbranche mit einem Anteil von 87,2 Prozent.

Nach eigenen Angaben zählt die Holzindustrie in Österreich zu den größten Arbeitgebern aller 17 Industriezweige. Doch die „Entkoppelung von konjunktureller Entwicklung und Beschäftigtenzahlen, die besonders der Holzindustrie eigen war, gehört der Vergangenheit an“, sagt Erich Wiesner vom Fachverband der Holzindustrie. „Die kurzfristigen Überbrückungsmaßnahmen reichten angesichts der beständigen Flaute nicht mehr aus.“ Dennoch sei vorsichtiger Optimismus für die Zukunft angesagt. „Die Konjunktur wird sich aufhellen – allerdings rund um Österreich.“

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