Schweiz: Massiver Anstieg der Kurzarbeit

Im Mai ging die Zahl der Arbeitslosen gegenüber dem Vormonat deutlich zurück. Allerdings legte die Kurzarbeit zu. Die Einschätzung der Wirtschaftsvertreter zu den Entwicklungen in den kommenden Monaten spricht dafür, dass auch in nächster Zeit kein Rückgang der Kurzarbeit zu erwarten ist.

Am Schweizer Arbeitsmarkt kommt es derzeit zu einer Verschiebung hin zu mehr Kurzarbeit. Seit dem hohen Wert von 150.946 Arbeitslosen im Januar 2015 ist die Zahl der Arbeitslosen in der Schweiz in den vergangenen Monaten kontinuierlich gesunken. Im Mai waren es noch 136.349 Arbeitslose, wie das Staatssekretariat für Wirtschaft mitteilte.

So sank die Arbeitslosenquote im April um 0,1 Prozent auf 2,2 Prozent gegenüber dem Vormonat. Im Vergleich zum Vorjahresmonat hingegen erhöhte sich die Arbeitslosigkeit um 6.039 Personen: ein Plus von 4,6 Prozent. Die Jugendarbeitslosigkeit stieg gegenüber dem Vorjahresmonat um 6,2 Prozent.

Allerdings zeigt sich im Gegenzug ein starker Anstieg bei der Kurzarbeit. Innerhalb nur eines Monats, von Februar auf März, landeten 1.500 Personen mehr in der Kurzarbeit. Das entspricht einem Anstieg von 41 Prozent. Mehr als 5.000 Beschäftigte arbeiteten demnach Ende März in 519 Betrieben in Kurzarbeit. 119 Betriebe mehr als im Februar 2015 und 250 Unternehmen mehr als im März des vergangenen Jahres.

Der Ausfall im März liegt damit bei 295.818 ausgefallenen Stunden. Das entspricht einem Mehr von 72.540 Stunden oder 32,5 Prozent gegenüber Februar. Während die Zahl der Kurzarbeiter von Februar auf März stieg, sank die Zahl der Arbeitslosen von 149.921 auf 145.108. Die Zahlen für die Kurzarbeit im Mai sind noch nicht verfügbar.

Angesichts der schwierigen wirtschaftlichen Lage dürfte sich die Situation aber nicht allzu sehr verbessern. So verwiesen führende Wirtschaftsvertreter bei einem Gespräch mit dem Bundesrat Johann Schneider-Amman (FDP) auf die noch bestehende Belastung durch den Franken und die ausbleibenden Aufträge. Ein Großteil dieser prüfe demnach zurzeit personelle Maßnahmen und Verlagerungen ins Ausland.

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