Henkel-Chef : Große Übernahme nicht zwingend nötig

Henkel-Chef Kasper Rorsted hat Spekulationen über eine Übernahme des Shampoo-Herstellers Wella gedämpft. Zuvor gab es immer wieder Gerüchte, dass Henkel eine verbindliche Offerte für die „Procter & Gamble“-Tochter vorgelegt habe.

Henkel-Chef Kasper Rorsted hat Spekulationen über eine Übernahme des Shampoo-Herstellers Wella gedämpft. Im Interview mit der Welt am Sonntag wollte sich Rorsted nicht dazu äußern, ob der Konsumgüterriese ein Interesse an Wella hat. Er wies allerdings darauf hin, dass eine Großakquisition für den Konsumgüterkonzern nicht dringend erforderlich sei. „Im vergangenen Jahr haben wir 1,8 Milliarden Euro für Akquisitionen ausgegeben, und auch 2015 haben wir bereits Vereinbarungen für Zukäufe in einer Größenordnung von über 300 Millionen Euro geschlossen“, führte der Manager aus. „Wir brauchen also nicht unbedingt große, milliardenschwere Zukäufe, um unsere Finanzziele zu erreichen.“

Reuters hatte zuletzt von mehreren mit dem Vorgang vertrauten Personen erfahren, dass Henkel eine verbindliche Offerte für die dem US-Unternehmen Procter & Gamble gehörende Haarpflegesparte Wella vorgelegt habe, die fünf bis sieben Milliarden Dollar wert sein könne. Auch der Finanzinvestor KKR habe ein Gebot eingereicht. Henkel sei aber der wahrscheinlichere Käufer. Wella wäre für das Unternehmen der größte Zukauf seiner rund 140-jährigen Firmengeschichte.

Die Probleme des Konzerns in seinem größten Markt Nordamerika – wo Procter & Gamble einer der Hauptkonkurrenten ist – will Rorstedt nun entschlossener angehen. Henkel habe dort seine Hausaufgaben nicht gut genug gemacht, sei nun aber dabei, das Problem zu lösen. „Es hat einen Managementwechsel gegeben, wir haben eine Reihe von Innovationen auf den Markt gebracht, und wir investieren intensiv in unsere Marken“. Im ersten Quartal 2015 sei Henkel in den USA zwar wieder gewachsen, aber das genüge ihm nicht, sagte Rorstedt. „Wir sind erst zufrieden, wenn wir mindestens vier bis sechs Quartale organisch – also ohne Zukäufe – gewachsen sein werden.“

Zu seiner beruflichen Zukunft deutete der dänische Manager an, dass das Auslaufen seines aktuellen Anstellungsvertrags 2017 nicht das Ende seiner Tätigkeit bei Henkel bedeuten müsse: „Ich mache mir über meine nächste Amtsperiode noch keine großen Gedanken.“ Er betonte, er habe „ein extrem gutes Verhältnis“ zur Aufsichtsratsvorsitzenden Simone Bagel-Trah, die bei dem Traditionskonzern die mächtige Eigentümerfamilie vertritt.

Kommentare

Schreiben Sie den ersten Kommentar zum Artikel

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.