Geldnot: Griechische Regierung will Extra-Steuer von Unternehmen

In den Verhandlungen zum Rettungspaket hat die griechische Regierung den internationalen Kreditgebern eine neue Art der Mittelbeschaffung vorgeschlagen. Große Unternehmen sollen eine Extra-Steuer und höhere Unternehmenssteuern zahlen. Der EU-Kommission ist das aber nicht genug.

Um die Finanzlücken für die Haushaltsplanung in diesem und im kommenden Jahr zu schließen, will Syriza nun die griechischen Unternehmer mehr in die Pflicht nehmen. In den neuen Reformvorschlägen, die die griechische Regierung den internationalen Kreditgebern vorgelegt hat, sollen tausende Unternehmen zusätzliche Steuern zahlen, berichtet die griechische Zeitung Kathimerini.

Demnach will die Regierung die Unternehmenssteuern für das Finanzjahr 2015 von 26 auf 29 Prozent anheben. Zusätzlich dazu sollen Unternehmen mit Netto-Verdiensten von mehr als einer Million Euro eine einmalige Steuer in Höhe von 12 Prozent auf die Gewinne von 2014 zahlen.

Die Extra-Steuern werden die griechischen Unternehmen hart treffen. Allein von der Zusatzsteuer sind mehr als 1.400 Unternehmen betroffen. Diese Unternehmen hätten dann für 2014 insgesamt 35 Prozent Steuern gezahlt. Die Regierung soll durch die Extra-Steuern 1,2 Milliarden Euro mehr einnehmen. Die allgemeine Erhöhung der Unternehmenssteuer betrifft 14.390 Firmen, deren Einkommen vor Steuern bei mehr als 100.000 Euro liegt. Damit will Tsipras noch einmal 410 Millionen Euro einsammeln. Unternehmen mit weniger Einkommen vor Steuern als 100.000 Euro müssen weiterhin nur 26 Prozent zahlen.

Für die sowieso von der Krise angeschlagenen Unternehmen sind diese Vorschläge alles andere als hinnehmbar. Zumal ein Umschlag auf die Kunden schwierig sein dürfte, da der Konsum bereits massiv zurückgeht. Im April etwa gingen die Supermarkt-Verkäufe im Jahresvergleich um 3,56 Prozent zurück. Bereits im März hatte es einen Rückgang um 5,2 Prozent gegeben.

Tatsächlich hat die EU-Kommission aber sogar vorgeschlagen, die Unternehmenssteuern für alle Unternehmen zu erhöhen und auch im ihre Steuern im Voraus zu begleichen.

Kommentare

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  1. hugin sagt:

    STEUER – FANTASIEN
    Je höher die Steuern, um so mehr Staats-Einnahmen, bis zu einem kritischen Punkt. Ab dann geht das Steueraufkommen nach der Lafferkurve stark zuzrück.
    Junker macht auf dem Bild einen .. Eindruck.

  2. wolfgang sagt:

    Die Griechen sägen den dünnen Ast ab, auf dem sie sitzen. Nicht die Unternehmen müssen höher besteuert werden, sondern deren Eigentümer. Warum wird die Lagarde-Liste nicht abgearbeitet?

  3. cico sagt:

    höherer steuersatz heisst noch nicht dass man höhere steuer einnimmt…je höher der steuersatz ist, desto mehr suchen die firmen nach möglichkeiten die steuer nicht zu bezahlen…

  4. Hans von Atzigen sagt:

    So langsam wird es ober peinlich.
    Offensichtlich schwebt die EU Zentrale irgendwo
    zwischen Luftleerem Raum und Nirwana.
    Hallooooooo, EU- Brüssel Halloooooo.
    In Griechenland ist schlicht faktisch unter dem
    Strich nichts mehr schlicht Null einfach nix mehr.
    Weder zum Beitrag leisten, noch zum Rvormieren.
    Zum zurückzahlen schon gar nicht.
    Hallooooooooo aufwachen!!!
    Freundliche Grüsse