EU-Kommission verhängt Strafe für deutsche Automobilzulieferer

Die EU-Kommission hat gegen die deutschen Automobilzulieferer Eberspächer und Webasto eine Kartellbuße in Höhe von jeweils 68 Millionen Euro verhängt. Zahlen muss diese in vollem Umfang aber wahrscheinlich keines der Unternehmen.

Jahrelang hatte es zwischen den Automobilzulieferern Eberspächer und Webasto Preisabsprachen und die Aufteilung von Kunden für Standheizungen und Zuheizer gegeben, so die EU-Kommission. Aus diesem Grund verhängte die Kommission jeweils eine Kartellstrafe in Höhe von 68 Millionen Euro. Eberspächer wurde von der Kommission eine Ermäßigung gewährt, weil es als Kronzeuge die Ermittlungen unterstützt habe.

„Webasto wurde die Geldbuße erlassen, weil das Unternehmen die Kommission von dem Kartell in Kenntnis gesetzt hatte“, so die Kommission. Hinzu kommt, dass beide Unternehmen einem Vergleich mit der Kommission zugestimmt hatten. Das habe die Strafe für Eberspächer noch einmal um 10 Prozent reduziert.

„“Mehr als zehn Jahre lang haben die beiden einzigen Standheizungshersteller in Europa wettbewerbswidrige Absprachen getroffen, um sich nicht gegenseitig Konkurrenz zu machen“, sagte Margrethe Vestager, Kommissarin für Wettbewerbspolitik. „Diese Mauschelei ging zulasten eines großen Teils der europäischen Automobilindustrie und letztlich der Auto- und Lastwagenkäufer.“

Der heutige Beschluss sei ein klares Signal für Unternehmen, die sich nicht an das Kartellrecht halten oder mit dem Gedanken daran spielen: „Es wird kein Kartell unaufgedeckt bleiben, egal wie viele oder wie wenige Unternehmen beteiligt sind.“

Zehn Jahre lang hatten beide Unternehmen ihre Preise für den gesamten Europäischen Wirtschaftsraum abgesprochen. „Bei Angebotsanfragen von Pkw- und Lkw-Herstellern besprachen sie verschiedene Preiskomponenten, vereinbarten, wer von ihnen den Zuschlag erhalten sollte, und tauschten auch andere vertrauliche Geschäftsinformationen aus“, so die Kommission. Bei Verkäufen an Händler in Deutschland und Österreich stimmten sie sich ab, indem sie zum Beispiel ihre jährlichen Preislisten und ihre Rabatte für diese Händler anglichen.

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