Telekom will Technik-Standorte schließen

Um den technischen Service zu verbessern, will die Telekom die Technik-Standorte umorganisieren und reduzieren. 10.000 Beschäftigte sind davon betroffen. Bisher sind es 153 Standorte, nach der Verschlankung könnten es nur noch 23 sein.

„Die Telekom Deutschland will durch strukturelle Veränderungen die Qualität ihres Technischen Services verbessern“, teilte der Konzern am Donnerstag mit.  In ersten Gesprächen mit dem Sozialpartner habe es noch keine Einigung gegeben, aber man sei diesem bereits entgegengekommen und „hatte das ursprüngliche Ziel von insgesamt 18 Standorten um fünf weitere ergänzt sowie den Umsetzungszeitraum von zwei auf vier Jahre verlängert“, so die Telekom. „Selbstverständlich wird jedem Mitarbeiter ein Arbeitsplatz am neuen Standort garantiert.“

Die Telekom will die Zahl der Standorte in seinem Technik-Service (DTTS) in Deutschland deutlich verringern: Von 153 auf 18 bzw. 23 Standorte. Bislang hätten die Beschäftigten im Innendienst in sehr kleinteiligen Strukturen gearbeitet. Für die Verbesserungen der Infrastruktur soll zudem ein zweistelliger Millionenbetrag ausgeben werden. „Der Außendienst bleibt in seiner jetzigen Struktur bestehen und sichert damit weiterhin die persönliche Nähe zum Kunden“, so der Konzern.

„Vom drohenden Kahlschlag (…) wären direkt und indirekt bis zu 10.000 Beschäftigte des Innendienstes erfasst“, so Verdi. „Den Betroffenen drohen künftig deutliche längere Wegezeiten zur Arbeit, die für mehrere Tausend Beschäftigte auch mehr als ein bis zwei Stunden einfache Fahrtstrecke betragen können.“

Zudem würde die Umstrukturierung Verdi zufolge die Qualität des technischen Kundenservice gefährden und das Erreichen wichtiger Unternehmensziele wie zum Beispiel den geplanten Netzausbau der Telekom in Frage stellen. Proteste seien für die kommende Woche geplant. „Wir werden es nicht kampflos hinnehmen, wenn der Konzern Tausende von Beschäftigte infolge eines untauglichen Standortkonzepts gleichsam ‚auf die Straße‘ schickt und damit ihrer Freizeit und Erholungszeit beraubt“, sagte Frank Sauerland.

Kommentare

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  1. Delta120 sagt:

    Der „Fortschritt“ zerstört die gut bezahlten Arbeitsplätze in Großunternehmen. Ich bin gespannt wann das die Gewerkschaften kapieren, dass wir geradewegs in den Steinzeit Kapitalismus maschieren.

  2. Manfred Janel sagt:

    Liebe Verdi,
    auch wenn Streiks derzeit mal wieder in Mode gekommen sind … Eine solche Neustrukturierung wird nicht ganz ohne Grund geschehen. Natürlich wird ein wichtiger Aspekt für das Unternehmen (ja, die Telekom ist ein Unternehmen, was Gewinn machen will) Einsparungen sein. Aber auch Prozessoptimierung ist in so einem Vorgang durchaus denkbar.
    Dass dadurch die Angestellten teilweise einen längeren Anfahrtsweg haben ist zwar ärgerlich. Aber das gleich als „untauglichen Standortkonzepts“ abzutun halte ich definitiv für Unsinn. Es macht durchaus Sinn, Standorte abzubauen und andere dafür zu erweitern. Aber halt … ich vergaß … wenn nicht direkt wieder die Streikkarte rausgeholt wird, hätte die Gewerkschaft ja nichts zu tun.

    • Schlaubi sagt:

      Haben Sie einen Teilzeitjob?
      Fahren sie täglich weit über 4 Stunden von und zur Arbeit?
      Geben Sie dann auch rund 40% Ihres Nettos für die Fahrtkosten aus?
      Haben SIe Ihre Familie noch?
      Ja/nein – dann dürfen sie sich an der Stelle zurücknehmen…., Danke!!
      Finde es schon frech, wie aktuell im Sozialstaat gehandelt und argumentiert wird.
      Sie haben schon ganz richtig erkannt:
      Es geht um Gewinne!!!
      Nur bitte nicht auf Kosten derer, die diesen maßgeblich erwirtschaften.

    • Hubert Neiber sagt:

      Seit wann wird durch Standortschließung die Qualität verbessert. :-).
      Wo gibt es hier eine Prozessoptimierung wenn Leute aus der Fläche ( beim Kunden ) abgezogen werden. Qualitätsverbesserung gibt es nur dann wenn wirklich „qualifizierte Mitarbeiter“ in den Callcentern und qualifizierte Mitarbeiter in der Fläche arbeiten. Alles andere ist Augenwischerei. Ich weiß wovon ist spreche. Sehr geehrter Herr Janel, Ihnen würde ich mal ein Jahr einen „Job“ im Callcenter in der Fläche wünschen, dann können Sie hier von mir aus weiter solche Aussagen treffen wenn Sie dies dann noch möchten. Nur von oben herab zu urteilen ist leicht – an die Basis gehen und dann sich Gedanken machen währe sinnvoller.