Gesundheitssektor wird wichtiger für Schweizer Wirtschaft

Die Gesundheitsausgaben in der Schweiz werden sich in diesem und im kommenden Jahr noch einmal deutlich erhöhen. Die Bedeutung der Branche für die Schweizer Wirtschaft nimmt zu. Die Konjunkturforschungsstelle der ETH Zürich rechnet in diesem Jahr mit einem Wachstum der Gesundheitsausgaben um 2,8 Prozent und um 3,2 Prozent im kommenden Jahr.

Trotz der hohen Wachstumsrate bedeuten die 3,2 erwarteten Prozent für das kommende Jahr aber eine Korrektur nach unten. Die Frankenaufwertung und ein möglicher Anstieg der Arbeitslosigkeit aufgrund der wirtschaftlichen Verschlechterung haben unter anderem dazu geführt. Ursprünglich hatte die Forschungsstelle mit einem Wachstum von 3,7 Prozent für 2016 gerechnet.

„Im Jahr 2014 erreichte die Beschäftigung im Gesundheitswesen 239.800 Vollzeit- äquivalente“, teilte die Konjunkturforschungsstelle mit. So kletterte der Anteil der Beschäftigten im Gesundheitswesen an der Gesamtbeschäftigung von 4,9 Prozent 1992 auf 6,8 Prozent im vergangenen Jahr.

Dennoch wird die Branche 2016 voraussichtlich immerhin einen Anteil von 11,9 Prozent des Schweizer Bruttoinlandsprodukts (BIP) stemmen. Prognosen zufolge werden die Gesundheitsausgaben im nächsten Jahr nämlich auf 80 Milliarden Schweizer Franken steigen. 2012 lagen die Ausgaben noch bei 67,982 Milliarden Schweizer Franken.

Den Löwenanteil bei den Gesundheitsausgaben machen die Kosten der Spitäler aus (37,7 %). Ein Drittel sind ambulante Versorger und die restlichen verteilen sich auf die Ausgaben der sozialmedizinischen Institutionen, vor allem auf die Pflegeheime. „Der Gesundheitssektor wird zu einem immer wichtigeren Wirtschaftszweig“, sagte Marko Köthenbürger von der KOF bei der Präsentation der Ergebnisse.

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  1. Gast sagt:

    „Der Gesundheitssektor wird zu einem immer wichtigeren Wirtschaftszweig“.
    So ist das auch in DE und wie konnte es dazu kommen?
    Die Krankenversicherungspflicht, die ursprünglich mit Unterstützung von Arbeitgeber und Staat Leuten mit niedrigem Einkommen eine Behandlung bei Krankheit ermöglichen sollte wurde nach und nach für alle eingeführt. Die „Behandlung bei Krankheit“ wurde um ein gigantisches Leistungsspektrum für Gesunde.erweitert und zu einem riesigen Wirtschaftszweig ausgebaut. Es kann sich niemand mehr „nur“ Krankenversichern lassen, nein jeder muss mit seinen Pflichtbeiträgen diese Leistungsspektrum mitfinanzieren. Die heutige Krankenversicherung ist keine Versicherung mehr, sondern eine Steuer und sollte als solche ausgewiesen werden.