Vor Gipfel: Pro-Griechenland-Demos in Europa

Vor dem Treffen der Euro-Staatschefs sind am Sonntag sind tausende EU-Bürger auf die Straße gegangen. In Athen demonstrierten die Menschen dafür, dass die Regierung in Brüssel nicht nachgeben soll. In Brüssel und Amsterdam gab es Solidaritätsbekundungen für die Griechen.

Vor dem Parlament in Athen haben am Sonntag Tausende Demonstranten von Ministerpräsident Alexis Tsipras verlangt, in den Verhandlungen mit den Kreditgebern des Landes nicht nachzugeben. Die Menschen sangen, schwenkten griechische Flaggen und Transparente mit Aufschriften wie „Nein zum Euro“, „Das Volk lässt sich nicht erpressen“ und „Das Land steht nicht zum Ausverkauf“. Viele waren Anhänger der regierenden Syriza-Partei.

„Sie wollen uns demütigen“, sagte der 65-jährige frühere Lehrer Yiota Kananakari an die Adresse der Gläubiger. „Warum bestehen sie sonst auf all den Maßnahmen? Wir werden das nicht länger hinnehmen.“ Umfragen zufolge ist die Mehrheit der Griechen allerdings für einen Verbleib in der Eurozone. Voraussetzung dafür dürfte aber einer Einigung mit den Kreditgebern über Reformen und weitere Hilfszahlungen sein.

Doch nicht nur in Griechenland sind die Menschen angesichts der auf Montag angesetzten Verhandlungen auf die Straße gegangen. In Brüssel und in Amsterdam kamen ebenfalls tausende Menschen zusammen, um ihre Solidarität mit Griechenland auszudrücken. 350 waren es in Amsterdam, um die 3.500 in Brüssel, berichtet Kathimerini. Einen Tag zuvor kam es bereits in Frankreich, Deutschland und Italien zu Solidaritäts-Kundgebungen.

Anlass ist der heutige Sondergipfel der Staats- und Regierungschefs der Eurozone. Viele sehen die Zusammenkunft als eine der letzten Möglichkeiten, doch noch eine Einigung für Griechenland zu erzielen. Am Sonntag hatte der griechische Regierungschef Tsipras noch einmal einen neuen Vorschlag eingereicht. Außerdem soll es EU-Kreisen zufolge mehrere Telefonate zwischen Merkel, Hollande und Juncker gegeben haben.

Der Kabinettschef von Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker nannte die am Sonntag vom griechischen Regierungschef Alexis Tsipras übermittelten Vorschläge eine gute Basis, um beim Treffen der Staats- und Regierungschefs Fortschritte erreichen zu können. Kabinettschef Martin Selmayr sprach in einer Mitteilung über den Kurznachrichtendienst Twitter zugleich von „einer Zangengeburt“, offenbar in Anspielung auf die zähen Verhandlungen.

Kommentare

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  1. Cuibono sagt:

    Verstehen die Leute das Geldsystem noch immer nicht? JEDE Fortschreibung innerhalb des Euro bedeutet umgehende Geldumleitung an die Banken.

    Sie sollen auf ihre Fahnen draufschreiben: WIR WOLLEN DIE DRACHME.

  2. 05Adekastos12 sagt:

    Ja Demütigung !!!
    Haben manche immer noch nicht kapiert dass dieses ganze Theater eine Show ist, in dem beide Seiten vor ihren Völkern hart bleiben wollen, aus Gründen der Popularität.
    Fr. Merkel und Herr Schäuble weil ihnen sonst die Überwachungsaffaire zum Verhängnis werden kann.
    Sogar Herr Gabriel trumpft hier auf, und versucht sich und seine gescheiterte SPD zu profilieren.
    Auf der anderen Herr Zipras und Varufakis welche Versprechungen in ihren Wahlkampf machten die sie zu einem möglichst hohen Prozentsatz einlösen wollen.
    Was wäre denn hier zu Lande das Thema in den Nachrichten wenn eine Einigung schon vor einem oder gar zwei Monaten zustande gekommen wäre?
    Stadtessen demütigt man täglich ein ganzes Volk. Und glaubt auch noch man ist zu 100% im Recht, weil es die Bild- und co. Zeitungen einem vorgaukeln.
    Ja Demütigung, weil man einem Volk, dass nur weil es eine Linke Regierung DEMOKRATISCH gewählt hat, die Rentnern -welche schon 30-bis 40% gekürzten wurden- NOCHMAL kürzen will. Was aber eine humanitäre Katastrophe wäre und einem Austritt oder Bankrott gleich kommen würde. Diese Renten sind eine quasi Sozialhilfe für ganze Familien in denen nur einer oder auch niemand einen Job hat  wegen der Kriese.

  3. Alfred Beer sagt:

    Zuerst mal kurz vorausgeschickt, ich bin kein Grieche, ich bin Nettozahler.

    Trotzdem kann ich mir folgendes nicht verkneifen.
    Ich höre immer wieder von uns Österreicher und Deutschen: Wir können nicht ständig die Griechen weiter durchfüttern.

    Glaubt den wirklich irgend jemand, dass ein Grieche auch nur einen einzigen Euro von den Hilfsmilliarden bekommen hat.
    Diese Milliarden haben doch nur die Banken und europäischen Gläubiger erhalten.
    Die griechische Regierung musste doch die Gelder sofort wieder zurück überweisen.

    Die griechische Bevölkerung hat folgendes erhalten: Pensionen -50%, Steuern auf Energie, Lebensmittel usw. zum Teil verdoppelt, Gesundheitsversorgung gekappt,
    vor der „Medizin der EU“ hatte Griechenland 9,9% Arbeitslosigkeit – jetzt 26% !!

    Es ist vieles in Griechenland falsche gelaufen, genauso wie bei uns.
    Diese Regierung Syriza ist erst seit 4 Monaten im Amt.

    Das Land ausbluten lassen haben die konservativen Regierungen der letzten 20 Jahre in Abstimmung mit „unseren“ hohen Herren der Europäischen Union und die Bankenmafia !!

    Warum hat die Troika nicht verlangt dass die Rüstungsausgeben zu kürzen sind, wenn sie doch so übernatürlich hoch sind?
    Ich sag es ihnen, weil 26% diese Summe in Deutschland, 50% in den U.S.A. und der Rest in GB ausgegeben wird.

    Die wollen weiterhin Ihre Gewinne und Schmiergelder verdienen !!

    Bezahlen muss das natürlich, wie auch bei uns, der kleine Mann/Frau.

    Schon mal von dieser Seite das Ganze gesehen?

    • Cuibono sagt:

      JA! Es gibt dieses Interessengestrüpp, darüber kann man passiv weinen oder sich fragen: Wie kommt man raus???

      WAS IST DIE Lösung????

      Der Grexit. ECHTES griechisches Staatsgeld. Damit kann man im Inland alles zahlen und braucht keine Kredite mehr von außen.

      Verwendet man als Griechenstaat weiter den Euro, muss dieser besorgt werden, bei den Banken und Verleihern, die den Euro verleihen. Und DIESE wollen diese Haftungen.

      Nicht unterschreiben und austreten ist die einzige Lösung!
      Alles andere macht das griechische Volk kaputt. Es kommen sonst wieder viele Jahre noch schlimmeres Elend, wenn man jetzt nicht die Reißleine zieht.

  4. Matthes sagt:

    Demütigung?
    Ich finde es unverschämt, wie Griechenland versucht die EU-Politiker durch unseriöses Verhalten zu demütigen. Versucht ihnen auf der Nase herunzutanzen. Jeder EU-Politiker der sich das gefallen lässt hat kein Rückgrat und ist in der Politik fehl am Platz!

  5. Syssiphus sagt:

    Gibt sicher noch mehr Griechen die in’s Ausland abgewandert sind und nun ihren Freunden im Geiste die Stange halten.Hätten besser zu Hause bleiben sollen.