Personalmangel: Pflegepersonal streikt

Seit Montagmorgen hat das Pflegepersonal der Berliner Charité die Arbeit niedergelegt. Grund dafür ist der anhaltende Personalmangel. Hunderte Operationen wurden im Vorfeld abgesagt. Ab Mittwoch sollen Verdi zufolge weitere Krankenhäuser deutschlandweit vom Streik betroffen sein.

Insgesamt 162.000 Stellen fehlen Verdi zufolge in deutschen Krankenhäusern. Vor allem in der Krankenpflege herrscht Personalmangel. Aus diesem Grund ist das Pflegepersonal der Berliner Charité seit Montagmorgen im Streik. Pro Tag bedeutet das einen Ausfall von etwa 200 Operationen, berichtet der RBB. Noch heute sollen über 20 Stationen an allen drei Standorten in Berlin geschlossen werden.

Doch nicht nur in Berlin wird es zu Streiks kommen. Wie Verdi am Montag mittelte sind ab Mittwoch bundesweite Streiks geplant. „Mehr als 1.300 Kliniken wollen sich an der virtuellen Protestkette fehlender Stellen von der Nordsee bis zum Alpenrand, von Saarbrücken bis Görlitz beteiligen.“

Ziel sei es, die Mittwoch in Bad Dürkheim tagenden Gesundheitsminister von Bund und Ländern zu einer gesetzlichen Regelung der Personalausstattung zu bringen. Der Gesetzgeber dürfe die Gefährdung für Patienten und Personal nicht länger ignorieren, sagte Sylvia Bühler von Verdi. Die Beschäftigten seien nicht mehr bereit, durch die extreme Dauerbelastung ihre eigene Gesundheit zu opfern.

„Die Krankenhäuser in Deutschland sind während der Nacht personell zum Teil gefährlich unterbesetzt“, so Bühler. Jede zweite Fachkraft sei nachts auf sich allein gestellt. Auf 1.147 von 2.056 Stationen arbeitete eine Fachkraft ohne Hilfe und musste im Durchschnitt 25 Patienten versorgen, wie eine Studie von Verdi aufzeigte. 55 Prozent der Befragten Fachkräfte können teilweise die erforderlichen Leistungen bei der Versorgung nicht erbringen. Ein Drittel der Beschäftigten im Nachtdienst hatte beispielsweise keine Zeit für die Hände-Desinfektion.

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