Großhändler vertreiben Mittelständer vom Automobilhandel

Die Zahl der selbstständigen Automobilhändler in Deutschland hat erneut abgenommen. Immer mehr große Handelsgruppe kaufen Konkurrenten am Markt auf. Das Institut für Automobilwirtschaft warnt vor „amerikanischen Verhältnissen“.

Der deutsche Automarkt ist immer stärker einem Konsolidierungsprozess ausgesetzt. Das zeigen die aktuellen  Berechnungen des Instituts für Automobilwirtschaft (IFA) der Hochschule für Wirtschaft und Umwelt in Geislingen. Demnach wird die Zahl der Wirtschaftlich und rechtlich selbstständigen Automobilhändler in diesem Jahr auf 7.400 sinken. Im Vorjahr waren es noch 7.800.

Immer mehr sieht sich der Mittelstand im Automobilhandel großen, teils auch internationale agierenden Konkurrenten gegenüber. Und auch der Rückzug einiger Hersteller aus dem Direktvertrieb trägt dazu bei. Bestes Beispiel ist der Verkauf zahlreicher Mercedes-Niederlassungen in den neuen Bundesländern. Der chinesische Partner LSH von Daimler hat in diesem Jahr erneut Niederlassungen übernommen.

Die großen Automobilhandelsgruppen aus Deutschland sind aber auch auf Einkaufstour. Die Emil Frey Gruppe aus Stuttgart beispielsweise, so die IFA. Sie ist mit über 109.117 verkauften Neu-und Gebrauchtwagen und einem jährlichen Umsatz von zuletzt 2,36 Milliarden Euro die größte Automobilhändler-Gruppe in Deutschland. 73 verschiedene Standorte hat die Gruppe allein in Deutschland und 301 Partnerstandorte im Einzelhandel. Auf Platz zwei findet sich die AVAG Holding SE, gefolgt von der Gottfried Schultz GmbH & Ko KG.

Der IFA zufolge erhöhen der stagnierende Gesamtmarkt, die zunehmende Konkurrenz durch Automobilbörsen im Internet und das nachlassende Werkstattgeschäft den Druck auf die Branche. „Wir bekommen im Automobilhandel in Deutschland zunehmend amerikanische Verhältnisse mit Mega-Dealern, die Milliarden Umsätze tätigen und verschiedene Automobilmarken vertreten“, sagte Will Diez, Direktor des Instituts für Automobilwirtschaft (IFA). „Statt kleine, familiengeführte Betriebe werden in Zukunft professionell geführte Gruppen den Automobilhandel in Deutschland bestimmen.“

Kommentare

Dieser Artikel hat einen Kommentar. Wie lautet Ihrer?

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

  1. biersauer sagt:

    Änderungen am Automarkt zeigen den baldigen Umbruch!
    Nachdem sich der niedere ERDÖLPREIS nach Bereinigung bald normalisieren wird, ist absehbar eine gewalttige Preissteigerung zu erwarten, denn die Erölmafia hat nix zu verschenken und wird die entgangenen Gewinne wieder einholen, aber es wird mit dem bereits erkannten peak oil eine weitere Veränderung ergeben, nämlich hat Saudi bereits eröffnet, vom Erdöl zur Sonne zu wechseln. Das wird ebenfalls ein Ölpreislawine auslösen. In 15 Jahren gibt es keinen Ölexport aus Saudi.
    Wer jetzt noch ein neues Erdölauto kauft, wird die Phase erleben und davon betroffen sein.