Inlandskonsum hilft deutscher Wirtschaft

In den kommenden Monaten erwartet das Deutsche Institut für Wirtschaft die Fortsetzung des Wachstumsplus in Deutschland. Allerdings weniger als bisher gedacht. Vor allem der niedrige Ölpreis und die gute Inlandsnachfrage halfen der Wirtschaft bisher.

Das Berliner DIW-Institut blickt deutlich skeptischer als zuletzt auf die deutsche Konjunktur und warnt vor vielen Risiken. Die Forscher senkten am Mittwoch ihre Wachstumsprognose für 2015 auf 1,8 von 2,2 Prozent und begründeten dies mit dem schwachen Start ins Jahr. „Die deutsche Wirtschaft erscheint derzeit stärker, als sie tatsächlich ist“, warnte DIW-Präsident Marcel Fratzscher.

Denn für Schwung sorgten vor allem Sonderfaktoren wie der niedrige Ölpreis oder der für die Exporteure günstige Euro-Kurs. „Die Risiken sind hingegen enorm“, betonte Fratzscher. So hätte ein Scheitern der Verhandlungen mit Griechenland und ein Austritt des Landes aus dem Euro fatale Folgen für Europa und würde somit auch der deutschen Wirtschaft schaden.

Auf die spärlichen Investitionen der Unternehmen wirke vor allem die anhaltend hohe Unsicherheit hinsichtlich des Zusammenhalts im Euroraum – angesichts der schleppenden Verhandlungen mit Griechenland – und der Spannungen um Russland und die Ukraine dämpfend, so das DIW.

Man dürfe das Risiko von Ansteckungseffekten der Griechenlandkrise nicht unterschätzen. „Auch wegen dieser Unsicherheiten investieren die Unternehmen noch immer viel zu wenig und haben bisher nicht einmal das Vorkrisenniveau erreicht“, sagte der Chef des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW).

Als Stütze für die Konjunktur sehen die Forscher vor allem die gute Kauflaune der Konsumenten.“ Die deutsche Wirtschaft wird derzeit maßgeblich von der kräftigen Binnenkonjunktur getragen.“ Grund hierfür seien die steigende Beschäftigung, die sinkende Arbeitslosigkeit und die niedrige Inflation. Das DIW erwartet für 2016 wie bisher einen Anstieg des Bruttoinlandsprodukts von 1,9 Prozent.

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