Schweiz: Zahl der Firmenpleiten steigt massiv an

Im Mai dieses Jahres haben 450 Schweizer Unternehmen Konkurs angemeldet. Vor allem Baugewerbe und Gastgewerbe waren betroffen. Gleichzeitig sank die Zahl der Neugründungen in der Schweiz auf einen Tiefpunkt.

 

Der Monat Mai zeigt, wie angeschlagen die Schweizer Wirtschaft derzeit ist. Neben Export- und Auftragsrückgängen setzen Frankenaufwertung und die generelle konjunkturelle Schwäche den Unternehmen zu. 450 Unternehmen haben im Mai Konkurs angemeldet, wie die aktuellen Zahlen des Wirtschaftsinformationsdienst Bisnode D&B zeigen. Das ist im Vergleich zum Vormonat ein Plus von immerhin 16 Prozent.

Insgesamt mussten damit seit Januar 1.826 Konkursverfahren aufgrund von Insolvenzen eröffnet werden. 612 Konkursverfahren sind auf Konkurse durch Organisationsmangel (OR 731 b), wenn beispielsweise ein Organ einer Firma fehlt, zurückzuführen. Vier Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Besonders stark war das Baugewerbe betroffen. Von Januar bis Mai meldeten hier 84 Insolvenz an. Hier ist das Insolvenzrisiko besonders hoch. Es erreicht im Baugewerbe den Wert 251. Ein Wert von 100 ist ein durchschnittliches Insolvenzrisiko, das mittels der Anzahl der Insolvenzen im Verhältnis zum Bestand der Firmen berechnet wird. Im Gastgewerbe liegt das Insolvenzrisiko mit 224 Insolvenzen in den ersten fünf Monaten bei einem Wert von 216. Das geringste Insolvenzrisiko liegt mit einem Wert von 31 in der Branche der Immobilienmakler- und verwalter.

Neben den zahlreichen Pleiten gab es aber auch deutliche Rückgänge bei den Neugründungen. Zwar wurden im Zeitraum von Januar bis Mai 16.678 Unternehmen neu ins Handelsregister eingetragen. Doch das sind fünf Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum. Allein im Mai 2015 wurden 13 Prozent weniger Unternehmen gegründet als im Mai 2014. „Der Rückgang betraf sämtliche Regionen der Schweiz“, so Bisnode. „Insgesamt scheint aktuell das wirtschaftliche Klima von den Unternehmern als nicht besonders günstig eingeschätzt zu werden, denn die Anzahl der Neugründungen ist ein Indikator für deren Stimmung.“

Die meisten Gründungen gab es im Großhandel sowie bei der Unternehmens- und Steuerberatung.  Im Druck- und Verlagsgewerbe (85), in der chemischen Industrie und Pharma (49) und in der Branche der Präzisionsinstrumente und Uhren (56) wurden die wenigsten Neugründungen der ersten fünf Monate verzeichnet.

 

 

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  1. Josef Schreiber sagt:

    Die Grenzen des Wachstums gelten überall. Der Westen leidet insgesamt an Überproduktion! Die Schweiz sollte nicht in Panik verfallen und ihre Wirtschaft gesundschrumpfen! Das geht sicher nicht schmerzlos, ist aber besser als die inflationäre Euro-Stabilisierung! Sicher ist: Die Euros kommen und gehen ( A. Greenspan)