Griechen unter Druck: Entscheidung auf Samstag verschoben

Der Schuldenstreit mit Griechenland erfährt eine neue Wendung. Nun wird am Wochenende noch einmal beraten. Der Vorteil: Die Börsen und Banken haben geschlossen.

In Griechenland ist die Stimmung derzeit alles andere als gut. Zwar demonstriert die Bevölkerung weiter ihre Zustimmung zur harten Linie der Syriza, aber die internationalen Gläubiger machen es der griechischen Regierung nicht einfach. Am Donnerstag endeten die Beratungen trotz des neuen Vorschlags mit noch mehr Sparmaßnahmen und Steuererhöhungen wieder ohne klares Ergebnis. Zumindest keines, das der Öffentlichkeit mitgeteilt wurde.

Lang dürften sich die Verhandlungen aber nicht mehr hinziehen. Zwar könnte Griechenland den fälligen IWF-Kredit in Höhe von 1,7 Milliarden Euro vielleicht noch irgendwie begleichen. Aber die EZB muss irgendwann die Ela-Kredite an das Land reduzieren oder stoppen. So oder so braucht es eine Lösung.

Das am Samstag tatsächlich eine Entscheidung herbeigeführt wird, ist gar nicht so unwahrscheinlich. Es ist kein Zufall, dass die neuen Verhandlungen auf das Wochenende fallen. Erstens sind die Börsen geschlossen und es vergehen erst einmal ein paar Stunden, bevor sich hier eine Reaktion zeigt. Meist dämpft sich die Wirkung dadurch bereits. Zweiten, was noch viel wichtiger ist, die Banken haben geschlossen. Sollten die Ergebnisse negativ für die griechische Bevölkerung ausgehen, kann man übers Wochenende reagieren – für die Einführung von Kapitalverkehrskontrollen wie sie in Zypern und Irland stattfanden, ist das Wochenende ideal.

Am Freitagmorgen betonte der griechische Finanzminister Varoufakis noch einmal, dass die Forderungen nicht erfüllbar seien. Sein Land hätte alles getan, was möglich war, um diese „seltsamen Forderungen“ zu erfüllen, sagte er dem irischen Radio RTE.

Die Zeit für eine Lösung sei „sehr, sehr knapp“, hieß es von Seiten Angela Merkels. „Wir waren uns einig, dass weiter mit den drei Institutionen, der Eurogruppe und Griechenland gearbeitet werden muss und dass dem Rat der Eurogruppe am Samstag eine entscheidende Bedeutung zukommt.“

Kommentare

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  1. Leopold Franke sagt:

    Überlegen, ob er sich auf die Forderungen der Eurogruppe einlässt?
    Falsch! Die EU muss überlegen ob sie sich das noch länger gefallen lässt! Sie sollte endlich Rückgrat zeigen und sich nicht auf der Nase herumtanzen lassen. Eine erpressbare EU hat ausgedient. Sie hat dann ihre Inkompetenz bewiesen!

  2. Delta120 sagt:

    Es bleibt nur dieses oder nächstes WE übrig. Die Entscheidung ist schon gefallen. Jetzt geht es nur noch darum Griechenland möglichst dumm da stehen zu lassen damit Spanien nicht auch noch auf dumme Gedanken kommt.

  3. Matthes sagt:

    Die EU verspielt noch ihre Existenzberechtigung wenn sie den Erpressungsversuchen Griechenlands weiter nachgibt. Wer wir denn eine erpressbare EU noch bezahlen? Die EU ist nicht auf dem Basar und es geht auch nicht um einen Kuhhandel. Die EU verbrennt unsere Steuergelder!

    • Zauberlehrling sagt:

      Genau dagegen wehrt sich GR äusserst erfolgreich.
      Die nötigen mir ob ihres Durchblicks Respekt ab.